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Digitaler Nachlass

Wie kann ich mein «digitales Erbe» frühzeitig verwalten, damit ich meinen Verwandten später unnötige Arbeit erspare?

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Podcast mit Marco Trüssel, Experte für Erbrecht und Willensvollstreckung

Pläne-Vorsorge-Erbschaften-Digitaler Nachlass-Frage

Wie kann ich meinen «digitalen Nachlass» regeln?

Ich (m, 55. J.) bin digital unterwegs und besitze unter anderem ein Gmail-Konto, ein Facebook-Profil sowie ein Streaming-Abo bei Netflix. Wie kann ich diesbezüglich vorsorgen? Haben meine Angehörigen nach meinem Tod ein Löschungs- oder Zugangsrecht?

Toni Amrhein 

Pläne-Vorsorge-Erbschaften-Digitaler Nachlass-Antwort

Marco Trüssel, Experte für Erbrecht und Willensvollstreckung, kennt die Antwort und gibt gerne Auskunft.

Kurzantwort

Informieren Sie sich frühzeitig bei den verschiedenen Onlinediensten über die unterschiedlichen Regelungsmöglichkeiten im Todesfall und sorgen Sie entsprechend vor. Ohne die entsprechenden Vorkehrungen dürfte es für Ihre Angehörigen administrativ und zeitlich aufwändig sein, Ihren «digitalen Nachlass» zu regeln.

Hintergrundinformationen

Die Frage, ob Ihre Angehörigen nach Ihrem Tod ein Löschungs- oder Zugangsrecht bei Ihren Benutzerkonten haben, ist im Schweizer Recht umstritten. Immerhin sollten die laufenden Revisionen des Erbrechts sowie des Datenschutzgesetzes hier bald für Klarheit sorgen. Umso wichtiger ist es deshalb, dass Sie den Umgang mit Ihren Benutzerkonten bereits zu Lebzeiten regeln.

Vorsorgen

Am besten erstellen Sie eine Liste mit allen Ihren Benutzerkonten samt Zugangsdaten. Definieren Sie möglichst genau, was im Todesfall mit welchem Benutzerkonto geschehen soll. Eine solche Liste können sie beispielsweise auf einem Blatt Papier, einem geschützten USB-Stick oder einem digitalen Passwort-Manager erstellen. Aufgrund der heiklen Daten und der erheblichen Missbrauchsgefahr sollten Sie sich aber gut überlegen, wo Sie ein solche Liste aufbewahren bzw. abspeichern. Damit der Zugriff im Todesfall sichergestellt ist, sollten Sie mindestens eine Vertrauensperson darüber informieren. Zudem können Sie im Testament oder in einem Erbvertrag einen entsprechenden Passus aufnehmen.

E-Mail-Konto

Besonders wichtig ist der Zugang zum E-Mail-Konto, weil damit häufig Passwörter für andere Benutzerkonten zurückgesetzt werden können. Bei Google können Sie über den sogenannten «Konto-Inaktivitätenmanager» bestimmen, wer Zugriff auf Ihr Gmail-Konto haben und ob Ihr Konto gelöscht werden soll. Wenn Sie den «Konto-Inaktivitätenmanger» nicht verwenden, wird Google die Herausgabe von Passwörtern und Anmeldedaten voraussichtlich verweigern.

Social-Media-Profil

Für Ihre Hinterbliebenen kann es äusserst unangenehm sein, wenn Ihr Social-Media-Profil nach Ihrem Tod im Internet weiterbesteht. Facebook hat auf die Problematik reagiert. Sie können einen Nachlasskontakt bestimmen, der sich dann um Ihr Benutzerprofil im sogenannten «Gedenkzustand» kümmert. Falls Sie nicht möchten, dass Ihr Konto nach Ihrem Tod weiterbesteht, können Sie bereits zu Lebzeiten beantragen, dass Ihr Benutzerprofil im Todesfall dauerhaft gelöscht wird. Auch Facebook wird die Zugangsdaten grundsätzlich nicht herausgeben.

Streaming-Abo

Kostenpflichtige Streaming-Abos sollten nach Ihrem Tod auf den nächstmöglichen Termin gekündigt werden. Wenn Ihre Angehörigen über die Anmeldedaten verfügen, können sie das Abo im Mitgliederbereich problemlos kündigen. Fehlen hingegen die Anmeldedaten, müssen Ihre Angehörigen für die Abokündigung den Weg über den Kundendienst nehmen, was komplizierter sein dürfte.

Marco Trüssel, Experte für Erbrecht und Willensvollstreckung

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