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Geld selber anlegen oder anlegen lassen?

Was Sie für kluge Anlageentscheide beachten sollten.

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Die jüngsten Verwerfungen an den Finanzmärkten haben Anlegerinnen und Anlegern deutlich vor Augen geführt, dass mit Wertschriftenanlagen nicht nur Renditechancen, sondern auch Risiken verbunden sind. Für einen klugen Anlageentscheid müssen Sie darum immer zuerst Ihre persönlichen Voraussetzungen abklären und dabei einige Grundsätze des Anlegens beachten. Ist das gegeben, gilt es die Wahl der richtigen Anlageform zu treffen. Dabei geht es im Kern um die Frage, wie viel professionelle Unterstützung Sie wünschen. Soviel vorweg: Die richtige Antwort gibt es nicht. Ihre individuelle Ausgangslage und Ihre persönlichen Präferenzen sind entscheidend. Es gibt einige Eckpunkte, die Ihnen helfen, eine gute Wahl zu treffen.

Sparen oder Anlegen

Es ist gut, wenn Sie eine Reserve für Notfälle auf dem Sparkonto zu haben. Eine Faustregel besagt: mindestens drei Monatslöhne. Aus Angst vor Verlusten deponieren viele Sparer ihr Geld nur auf dem Sparkonto, in der Meinung sie könnten nichts verlieren. Doch dass das Geld auf dem Sparkonto jederzeit vor Verlusten sicher ist, ist ein Trugschluss.
Wer Geld auf einem Sparkonto hat, bekommt von der Bank jährlich einen Zins ausbezahlt. In den letzten Jahren ist dieser Zinssatz stetig gesunken und tendiert heute gegen null. Gleichzeitig steigt in der Schweiz das Preisniveau – das Geld verliert an Wert. Wer nichts unternimmt, wird in diesem Niedrigzinsumfeld langfristig an Kaufkraft verlieren.

Wer sein Geld in Wertschriften investiert, hat die Chance, Rendite zu erwirtschaften – also Geld zu verdienen. Wenn Sie sich Gedanken machen, wie Sie ihr Geld anlegen sollen, haben Sie den ersten wichtigen Schritt bereits hinter sich gebracht. Denn Sie haben die Frage, ob Sie Geld überhaupt anlegen sollen, für sich mit «Ja» beantwortet.



Grundsätze des Anlegens

Egal wie Sie Ihr Geld Anlegen möchten, einige Grundsätze sollten Sie sind unabhängig von der Anlageform unbedingt beachten:

  • Risikotoleranz: Die Rendite ist immer eine Entschädigung des Anlegers für eingegangene Risiken. Höhere Renditechancen sind nicht «gratis», sondern müssen immer mit entsprechend höheren Risiken erkauft werden. Investieren Sie erst, wenn Sie basierend auf Ihrer Risikofähigkeit und Risikobereitschaft Ihre optimale Anlagestrategie kennen.
  • Diversifikation: Grosse Investitionen in Einzeltitel einzugehen und damit alle Eier in den gleichen Korb zu legen, erhöht für Sie als Anleger nur das Risiko, nicht aber die zu erwartende Rendite. Wer aufs falsche Pferd setzt, muss schlimmstenfalls mit einem Totalverlust rechnen, wenn die Wette schiefgeht. Zentral ist darum, das eingesetzte Geld – und damit das Risiko – über eine Vielzahl möglichst voneinander unabhängiger Anlagen zu verteilen
  • Anlagehorizont: Bei Anlagen muss man zwischenzeitlich auch stärkere Einbussen aushalten können. Je länger der voraussichtliche Anlagehorizont ist, desto höher kann auch der gewählte Aktienanteil sein.

Zwei Anlageformen: Delegation oder Beratung

Im Kern geht es bei jeder Bank darum, den Kunden im ganzen Anlageprozess gemäss seiner individuellen Bedürfnisse zu begleiten. Je nach Präferenzen und Kenntnissen kann der Anleger dabei im Grundsatz zwischen zwei Typen von Anlagelösungen wählen, bei denen die Bank den Kunden in unterschiedlicher Weise unterstützt.

  1. «Vermögensberatung»: Der Kundenberater steht dem Kunden im ganzen Anlageprozess von der Festlegung der Anlagestrategie bis zur Umsetzung (Anlagevorschläge) und der Überwachung des Portfolios beratend zur Seite. Der Anlageentscheid liegt aber immer beim Anleger selbst.
  2. «Vermögensverwaltung»: Nach der gemeinsamen Festlegung einer Strategie fällt nicht der Anleger die einzelnen Anlageentscheide, sondern er delegiert diese an die Bank. Dort verwalten Spezialisten das Portfolio professionell.

Überlegungen zur Wahl der Anlageform

Beide Anlageformen - die Vermögensberatung und die Vermögensverwaltung - sind etablierte Dienstleistungen. Es gibt kein allgemeingültiges Richtig oder Falsch und kein besser oder schlechter. Die Frage ist, was am besten zur persönlichen Situation und den individuellen Präferenzen passt. Um herauszufinden, ob die Eigenheiten der jeweiligen Anlageform ein Vor- oder Nachteil darstellen, können die folgenden Kriterien als Entscheidungshilfe dienen.

Mit Anlageentscheiden ist es gleich wie mit anderen Entscheidungen. Gute Entscheide benötigen Kompetenz und Fachwissen. Um Anlageentscheide (mit Unterstützung) selber treffen zu können, braucht es darum ein Minimum an Anlagewissen. Kennen Sie sich mit den Funktionsweisen von Anlageinstrumenten aus? Kennen Sie die Rendite-/Risikoeigenschaften von Anlageklassen? Verstehen Sie etwas von der Dynamik an den Finanzmärkten?

Neben dem Verständnis und dem Wissen ist zweitens das Interesse für Anlagethemen sehr wichtig. Somit stellt sich nicht nur die Frage, ob Sie gewisse Kenntnisse haben, sondern auch die Frage, ob Sie diese Kenntnisse auch gerne einsetzen. Interessieren Sie sich für Anlagen und beschäftigen Sie sich gerne mit Anlagethemen? Passion ist nicht nötig. Aber ein Grundinteresse sollte vorhanden sein, damit es Sinn macht, dass Sie sich selber aktiv in den Anlageprozess bzw. die Anlageentscheide einbringen.

Ein ausgeprägtes Interesse und fundierte Kenntnisse nützen wenig, wenn Ihnen der dritte Faktor, nämlich die zeitliche Verfügbarkeit, fehlt. Haben Sie die Zeit, sich sorgfältig um die Bewirtschaftung Ihres Portfolios zu kümmern? Können und möchten Sie es sich zeitlich einrichten, Anlagevorschläge mit Ihrem Berater zu diskutieren und Umschichtungen und Transaktionen selber vorzunehmen?

Je überzeugter Sie all diese Fragen mit «Ja» beantworten können, desto sinnvoller ist es, dass Sie in den Anlageprozess eingebunden sind, Ihre Anlageentscheide selber treffen und dabei (punktuell oder umfangreicher) auf die Unterstützung eines Anlageberaters zurückgreifen. Sie bekommen so zudem die Ergebnisse aus Ihren Anlageentscheiden unmittelbar mit, was einen direkten Lerneffekt mit sich bringt. Fehlendes Interesse, mangelnde Kenntnisse und knappe zeitliche Verfügbarkeit sprechen hingegen für eine Mandatslösung mit Delegation an die Bank.

Fazit: Risiko und Anlagestrategie kennen, erst dann investieren

Investieren Sie erst, wenn Sie basierend auf Ihrer Risikofähigkeit und Risikobereitschaft Ihre optimale Anlagestrategie kennen. Entscheiden Sie sich für eine diversifizierte Anlage, die sich mit Ihrer persönlichen Strategie deckt und halten Sie diszipliniert an dieser Strategie fest. Ob Sie als Anleger oder Anlegerin Ihre Investitionen mit Unterstützung der Bank selber tätigen möchten (Vermögensberatung) oder dies weitgehend an die Anlageexperten der Bank delegieren möchten (Vermögensverwaltung), hängt wesentlich von folgenden Faktoren ab: Haben Sie das Wissen, das Interesse und die Zeit sich mit Anlagethemen auseinander zu setzen? Falls das gegeben ist, kann eine Vermögensberatungslösung für Sie sinnvoll sein. Falls nicht, ist ein Vermögensverwaltungsmandat die passendere Lösung. Um diesen wichtigen Entscheid zu treffen, ist ein Gespräch bei Ihrem persönlichen Kundenberater empfehlenswert.

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