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Interview mit Niko Stoifberg

Mit seinem Debütroman «Dort» sorgte der Luzerner Autor Niko Stoifberg 2019 für begeisterte Kritiken. In seinem Leben fokussiert er aufs Wesentliche und beschloss einst, ein ganzes Jahr lang nichts zu kaufen.

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Niko Stoifberg über seine Einstellung zum Leben

«Vor ein paar Jahren habe ich ein kleines Experiment gewagt. Ich beschloss, ein ganzes Jahr lang nichts zu kaufen. Ausgenommen waren Dinge, die mich vor dem Verhungern und dem Stinken bewahrten. Also Lebensmittel und Hygieneartikel. Auf die Idee kam ich, weil ich fand, dass ich eigentlich in meinem Leben schon genügend Dinge angehäuft hatte. Es ging erstaunlich gut. Wer jetzt denkt, dass ich in diesem Jahr viel Geld gespart hatte, der irrt. Ich habe genau gleich viel Geld ausgegeben, jedoch nicht für Gegenstände, sondern für Dienstleistungen. Ich besuchte vermehrt das Theater oder das Kino und war in Restaurants Stammgast. Diese Art von Konsum finde ich sinnvoll, weil er auch das lokale Gewerbe und Kulturbetriebe unterstützt.

Heute bin ich nicht mehr so streng. Allerdings kaufe ich mir nur dann etwas Neues, wenn es etwas Altes ersetzt. Kürzlich habe ich mir zum Beispiel einen neuen Pullover gegönnt, weil der alte schon so oft geflickt wurde, dass er auseinanderzufallen drohte. Mit diesem System versuche ich, nachhaltig zu konsumieren. Denn für mich ist klar: So wie jetzt können wir nicht weiter konsumieren, wenn wir auch in Zukunft einen Planeten haben wollen, der für den Menschen bewohnbar ist. Auch beim Schreiben versuche ich, mich aufs Nötige zu beschränken. Ich achte darauf, dass jeder Satz und jedes Detail auch wirklich eine Bedeutung für die Geschichte hat. Alles andere fliegt raus. Konsum spielt fürs Schreiben kaum eine Rolle. Schreiben ist ja zum Glück eine sehr sparsame Tätigkeit. Ausser meinem Notebook und einem ruhigen Platz brauche ich eigentlich nichts. Ideen natürlich, aber die sind gratis.»

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