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Biodiversität fördern

Einfache Tricks für Garten und Balkon, um die biologische Vielfalt für Mensch und Tier in Wohngebieten zu unterstützen

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Biologische Vielfalt ist für Mensch und Tier gleichermassen überlebenswichtig. Doch die Artenvielfalt nimmt weltweit drastisch ab. Mit ein paar einfachen Tricks für Garten und Balkon können Sie etwas dagegen tun.

Der erste Grundsatz lautet: Fördern Sie Vielfalt statt Eintönigkeit, egal ob im Gemüse- oder im Blumenbeet. Wichtig ist auch, dass Sie möglichst auf Pestizide verzichten und einheimische Pflanzen bevorzugen. Denn diese locken Schmetterlinge, Bienen und Insekten an und versorgen sie mit Nahrung. Im Gegensatz dazu sind fremde Pflanzen wie Geranien oder Forsythien zwar schön anzusehen, bieten aber nur wenigen Tieren Rückzugsorte oder Nahrung. 

Auf dem Balkon

Mit einheimischen Wildblumen machen Sie Ihren Balkon zum Schlemmerparadies für diverse Tierarten. Am besten pflanzen Sie verschiedene Sorten zusammen in einen Topf und füllen diesen mit Allzweck-Erde und etwas Sand. Achten Sie darauf, dass die verschiedenen Arten nicht zu nah miteinander verwandt sind. Für gute Luft sorgen Pflanzen aus der Familie der Schmetterlingsblütler, beispielsweise diverse Kleesorten. Zusammen mit bestimmten Bakterien filtern sie Stickstoff aus der Luft und lagern ihn im Boden ein. 

Damit Sie (und auch die Tiere) sich ganzjährig an der Blütenpracht erfreuen können, kombinieren Sie sogenannte Früh- und Spätblüher. Früh im Jahr blühen beispielsweise Zwiebelpflanzen wie Schneeglöckchen oder zweiblättrige Blausterne. Zu den Spätblühern gehören Steinklee, wilde Malve oder Bibernellen. Fast das ganze Jahr hindurch blühen Gänseblümchen, Taubnesseln oder Beinwell. Für noch mehr Grün sorgen Sie, indem Sie den Platz optimal ausnutzen, beispielsweise mit Hänge- oder Kletterpflanzen. 

Im Garten

In einem naturnahen Garten leben bis zu 1'000 verschiedene Tierarten. Am besten ersetzen Sie einen Teil der Rasenfläche durch heimische Wildblumen. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass Sie weniger Rasen mähen müssen. Bis eine bunte Blumenwiese sich in ihrer vollen Pracht entfaltet, braucht es allerdings etwas Geduld. Meist erreicht sie erst nach zwei bis drei Jahren die volle Blüte. 

Auch im Gemüsebeet sind Monokulturen wenig sinnvoll. Denn bei Mischkulturen stehen die Pflanzen weniger in Konkurrenz zueinander und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. Die unterschiedlichen Gemüsesorten schützen sich sogar gegenseitig vor Schädlingen. Der Duft der Karotten vertreibt zum Beispiel die Zwiebelfliege. Verwenden Sie möglichst biologische Samen und Setzlinge und verzichten Sie auf künstliche Düngemittel. Durch naturnahes Gärtnern locken Sie Nützlinge an, die Ihr Gemüse vor Läusen und anderen ungebetenen Gästen schützen. 

Auch abseits der Blumenwiesen und Beete können Sie einiges für die Biodiversität tun: Einheimische Sträucher und Hecken sind eine gute Alternative zum herkömmlichen Gartenzaun oder zur gebietsfremden Thuja-Hecke. Mit einer Trockenmauer bieten Sie kleinen Tieren wie Eidechsen, Spinnen und Käfer ein Zuhause. 

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