Ratgeber-Vorsorge-Motion Einkauf 3. Säule-Intro

Motion «Einkauf in die Säule 3a ermöglichen»

Worum es bei der eingereichten Motion geht und wie das weitere Vorgehen aussieht

Ratgeber-Vorsorge-Motion Einkauf 3. Säule-Text

Im Sommer 2020 hat das Parlament die von Ständerat Erich Ettlin eingereichte Motion «Einkauf in die Säule 3a ermöglichen» angenommen. Hier erfahren Sie, worum es in der Motion geht und wie das weitere Vorgehen aussieht. Zudem verraten wir Ihnen, was Sie schon heute unternehmen können, um für das Rentenalter vorzusorgen. 

Ausgangslage

Tiefe Zinsen, die Langlebigkeit der Bevölkerung sowie die steigende Zahl der Rentner aus der Babyboom-Generation stellen das Schweizer Vorsorgesystem vor grosse Herausforderungen. Die dritte Säule erhält eine höhere Bedeutung, wenn es um die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise geht, und soll deshalb durch die Motion gefördert werden. Nach Ansicht der Befürworter würde die Schaffung einer Einkaufmöglichkeit und damit eines nachträglichen Einzahlens von vergangenen Beitragsjahren die Vorsorge derjenigen Personen stärken, die in jungen Jahren kein 3a-Konto hatten, als selbstständigerwerbende Personen die finanziellen Mittel nicht aufbringen (z. B. Bauern) oder die mangels AHV-Einkommen nicht einzahlen konnten (insbesondere nichterwerbstätige Personen).

Wie soll das Einkaufspotential bestimmt werden?

Zur Bestimmung des Einkaufspotenzials soll die 3a-Tabelle des Bundesamtes für Sozialversicherungen dienen. Diese Tabelle zeigt an, wie hoch das 3a-Guthaben wäre, hätte man stetig die Maximalbeiträge eingezahlt. Das existierende 3a-Guthaben wird davon abgezogen und so resultiert das Einkaufspotential. Damit das Ziel (individuelle Vorsorge für den Mittelstand stärken) im Fokus bleibt, soll der Einkauf dabei dreifach beschränkt werden:

  1. Der Einkauf ist nur alle fünf Jahre möglich.
  2. Eine Limitierung des Einkaufsbetrags auf den sogenannten grossen Abzug (2021: 34'416 Franken).
  3. Alle bereits getätigten Wohneigentumsvorbezüge werden vom maximalen Einkaufsbetrag abgezogen.

Um Personen mit Lücken in der Erwerbstätigkeit (z. B. wegen Mutterschaft) zu erreichen, sind die Einkaufsmöglichkeiten so zu definieren, dass auch Beträge für Zeiten nachbezahlt werden können, in denen der Vorsorgenehmende kein AHV-Einkommen hatte. Im Einkaufsjahr sollen die üblichen Jahresbeiträge zusätzlich steuerwirksam geleistet werden können.

Wie geht es nun weiter?

Mit der Annahme der Motion wurde dem Bundesrat den Auftrag erteilt, eine Vorlage für die Abänderung des Gesetzesartikels auszuarbeiten. Mit dieser Änderung sollen Personen mit einem AHV-Einkommen, die in früheren Jahren keine oder nur Teilbeiträge in die Säule 3a einzahlen konnten, die Möglichkeit erhalten, dies nachzuholen. Diese Nachzahlungen sollen dann im Einkaufsjahr vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können (sog. 3a-Einkauf). Die Einkaufsmöglichkeiten sollen zeitlich und finanziell eingeschränkt werden. 

Der Bundesrat hat nun 2 Jahre Zeit für die Umsetzung der angenommenen Motion. Ist die Umsetzung bis dahin noch nicht erfolgt, berichtet er der Bundesversammlung jährlich, was zur Erfüllung unternommen wurde und was noch geplant ist. Der ausgearbeitete Gesetzesentwurf muss dann erneut in das Parlament, welches wiederum ein Referendum dagegen ergreifen kann. Bis zur Umsetzung - welche zeitlich noch unklar ist - ist also noch kein Einkauf in die 3. Säule möglich.

Fazit

Es kann noch einige Zeit dauern, bis die Gesetzesänderung umgesetzt wird. Zudem ist der Inhalt des neuen Gesetzesentwurfs noch unklar. Es lohnt sich deshalb, die eigene Vorsorge nicht auf «die lange Bank» zu schieben, sondern bereits heute anzupacken. 

 

Wie kann ich heute schon fürs Rentenalter vorsorgen?

Wer keine eigene Vorsorge betreibt, muss davon ausgehen, dass er oder sie im Rentenalter bis zu 40 Prozent weniger Einkommen hat als vorher im Berufsleben. Um die drohende Lücke zu schliessen, besteht die Möglichkeit, neben der staatlichen (1. Säule) und der beruflichen Vorsorge (2. Säule) im Rahmen der privaten Vorsorge (3. Säule) Vermögen aufzubauen. 

Sofern ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt wird und das 70. Altersjahr für Männer respektive 69. Altersjahr für Frauen noch nicht erreicht ist, kann in die Säule 3a einbezahlt werden. Fällt die Erwerbstätigkeit ab dem ordentlichen AHV-Alter weg, müssen sämtliche Verträge aufgelöst werden. Die maximalen Einlagen pro Jahr betragen 2021 mit Pensionskassenanschluss 6'883 Franken und ohne Pensionskassenanschluss 20% vom Netto-Erwerbseinkommen, dies mit einer Obergrenze von 34'416 Franken. Die Einzahlungen können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Dadurch fällt die Steuerrechnung tiefer aus. 

Je früher, desto besser

Je früher Sie damit beginnen, desto mehr Kapital wird durch den Zinseszinseffekt im Alter vorhanden sein. Das gilt auch, wenn es zu Beginn nur kleine Beträge sind. Warten Sie nicht, weil Sie glauben, es lohne sich noch nicht. Alternativ haben Sie die Möglichkeit, in einen Vorsorgefonds mit einem gewissen Aktienanteil (wählbar von klein bis hoch) zu investieren. Das ist ratsam, wenn Sie für Ihr Vorsorgegeld eine höhere Rendite anstreben. 

Fonds als lukrative Option

Über das Vorsorgedepot investieren Sie in einen Anlagefonds. Dank der Partizipation am Anlageerfolg des Fonds, erzielen Sie in der Regel eine höhere Rendite als mit der herkömmlichen Kontolösung – gehen aber auch ein gewisses Risiko ein. In der Regelmässigkeit und Höhe der Einzahlungen sind Sie flexibel. Sie bestimmen, wann und wie viel Sie auf Ihr Vorsorgedepot einzahlen. Die einfachste Lösung für die Einzahlung in den Fonds ist ein Fondssparplan. Sie definieren den gewünschten Betrag und Intervall mit welchem Sie in den gewählten Fonds investieren. Auf diese Weise werden grosse Kursschwankungen langfristig geglättet. Sie senken zudem den durchschnittlichen Preis für den Kauf von Fondsanteilen, profitieren also vom sogenannten Durchschnittspreiseffekt. Und das Beste: Sie müssen nicht mehr daran denken – dank dem Fondssparplan geschieht alles automatisch. 

Übrigens: Die LUKB Expert-Vorsorgefonds zählen zu den ganz wenigen Vorsorgefonds, die bei Erreichen des Pensionsalters nicht zwingend verkauft werden müssen, sondern kostenlos ins private Wertschriftendepot übertragen werden können. So bleiben Sie flexibel, was den Zeitpunkt des Verkaufs anbelangt. 

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