Dossier-Unternehmer-Finanzplanung für Unternehmer-Intro

Finanzplanung für Unternehmer

Finanzplanungen für Unternehmerinnen und Unternehmer unterscheiden sich wesentlich von denjenigen für Angestellte.

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Worauf kommt es an?

So lässt sich bei Unternehmensinhabern die private Vermögenssituation oft nicht von der geschäftlichen trennen, weil diese zu eng miteinander verknüpft sind. Unternehmer sind Entscheidungsträger und haben die Möglichkeit, ihre Vermögenssituation im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zu lenken und zu steuern. Eine Optimierung der Gesamtsituation ist nur unter Einbezug verschiedener Aspekte wie Steuern, Recht, Vorsorge, Immobilien und Anlagen sinnvoll. Das Mittel dazu ist ein individuell erarbeiteter Finanzplan, der all diese Themen übergreifend betrachtet und einbezieht. 

Unternehmensphasen und persönliche Ziele 

Unternehmen durchlaufen in ihrer Lebenszeit verschiedene Phasen, von der Gründungs- bis zur Nachfolgephase. Naturgemäss verändern sich Erwartungen und Ansprüche in diesen Phasen. Im Mittelpunkt stehen einerseits die persönlichen Bedürfnisse und Ziele der Unternehmerinnen und Unternehmer. Anderseits ist es elementar, in welcher Phase ein Unternehmen steht. 

So steht in der Gründungsphase die finanzielle Stabilisierung eines Unternehmens im Vordergrund. Die private Vorsorge rückt während dieser Phase aufgrund der oftmals fehlenden Liquidität des Unternehmens im Hintergrund.  

Während der Etablierungs- und Marktausweitungsphase eines Unternehmens gibt es vielfach einen grösseren finanziellen Spielraum für die Lohngestaltung, die Dividendenausschüttung sowie für die Ausgestaltung der Pensionskasse, sowohl für Mitarbeitende wie auch für die Inhaber. Aus steuerlicher Sicht geht es dabei nicht nur um Lohn- und Dividendenbezüge, sondern auch um die Gestaltungsmöglichkeiten der Pensionskassenlösung. Mit freiwilligen Einkäufen in die Pensionskasse bietet sich die Möglichkeit, sowohl Steuern zu optimieren als auch die Vorsorge auszubauen.

In der Veränderungs- und Nachfolgephase wird der Grundstein für das Fortbestehen des Unternehmens gelegt. Dabei stellt sich die Frage der Nachfolgeplanung. Diese kann sowohl familien- oder unternehmensintern als auch unternehmensextern, das heisst durch den Verkauf des Unternehmens erfolgen. Nun gilt es, das Unternehmen auf den Verkauf vorzubereiten. Um den Verkaufspreis des Unternehmens attraktiv zu gestalten, kann es sinnvoll sein, eine unternehmensinterne Immobilienabspaltung und die Abschöpfung der nicht betriebsnotwendigen Liquidität in Betracht zu ziehen. Ist das Unternehmen unverkäuflich, ist die Liquidation ein möglicher Weg. Der ganze Prozess wird von der Frage begleitet, wie hoch der finanzielle Bedarf nach Aufgabe der Erwerbstätigkeit ist und wie die zukünftigen Lebenshaltungskosten des Firmeninhabers finanziert werden.

Eine Nachfolgeplanung braucht Zeit. Nicht selten ist sie von Rückschritten und Neuanfängen geprägt. Es ist sinnvoll, diesen Prozess nicht auf die lange Bank zu schieben und rechtzeitig damit zu beginnen.

Nachlassplanung und Vorsorgeauftrag als Akt der Selbstbestimmung 

In unserer Gesellschaft ist die finanzielle Absicherung der Angehörigen und des eigenen Unternehmens im Todesfall oftmals noch ein Tabuthema. Es ist verständlich, dass man sich nicht gerne mit dem eigenen Ableben auseinandersetzt. Dennoch stehen gerade Unternehmerinnen und Unternehmer in der Pflicht: Eine  Nachlassplanung wie auch die Erstellung eines Vorsorgeauftrags als Akt der Selbstbestimmung sind geradezu ein «Must». Der Vorsorgeauftrag tritt im Falle einer Urteilsunfähigkeit in Kraft. Verursacht werden kann diese beispielsweise durch einen Schlaganfall oder Demenz, aber auch wenn Betroffene infolge eines Unfalls bleibende Hirnschäden davontragen. Was in guten Zeiten und mit Einbezug von verschiedenen Experten vertraglich festgehalten wurde, entlastet Angehörige und Mitarbeitende in emotional schwierigen Momenten. Eine durchdachte und verbindliche Planung, welche Aspekte wie die Vermögensaufteilung, die Erbteilung sowie persönliche, situationsadäquate Verträge enthält, ist ein wichtiger Bestandteil einer seriösen und nachhaltigen Finanzplanung für Unternehmer.

Dynamische Planung für langfristigen Erfolg

Es liegt auf der Hand, dass dynamische, auf die Situation abgestimmte Finanzpläne zum nachhaltigen Unternehmenserfolg und zur optimalen privaten Altersvorsorge verhelfen. Die beste Finanzplanung nützt jedoch nichts, wenn sie in einer Schublade verschwindet, oder gar in Vergessenheit gerät. Daher ist es zentral, Finanzpläne immer wieder neu zu beurteilen und wenn nötig anzupassen. 

Sowohl die Marktziele des Unternehmens als auch die privaten Bedürfnisse der Unternehmerinnen und Unternehmer ändern sich mit den Jahren. Lebensentwürfe, die in jungen Jahren kreiert wurden, können sich durch neue Rahmenbedingungen drastisch verändern. Anpassungen auf neue Situationen sind daher zeitnah und effektiv in eine Finanzplanung einzubeziehen.

Eine gute Finanzplanung zeichnet sich dadurch aus, dass Unternehmer und Finanzplaner gemeinsam die gesetzten Ziele sowie die Rahmenbedingungen regelmässig überprüfen und allenfalls neu definieren. Dadurch können jederzeit marktgerechte Justierungen und situationsbedingte Änderungen in die Finanzplanung einfliessen.

Mit vereinten Kräften zum individualisierten Finanzplan

Unter Einbezug des Fachwissens der unterschiedlichen Beteiligten, wie Unternehmern, Geschäftspartnern, Treuhändern und externen Spezialisten können Finanzplaner hoch optimierte, spezifische und individuelle Lösungsstrategien erarbeiten und in ihre Finanzplanungen einfliessen lassen. Die enge Zusammenarbeit der unterschiedlichen Parteien verlangt eine hohe Transparenz und schafft Verbindlichkeit.

Der Fokus bei der Finanzplanung gilt dabei immer den Zielen und Wünschen der Auftraggeber – also der Unternehmerinnen und Unternehmer – und deren privaten Vermögenssituation. Ein eigenes Unternehmen ermöglicht einerseits einen gewissen Handlungsspielraum; andererseits ist es oftmals ein grosser Bestandteil des eigentlichen Vermögens. So ist es nachvollziehbar, dass der Einbezug unterschiedlicher Experten eine wesentliche Voraussetzung für eine optimale und nachhaltige Finanzplanung darstellt.

Die Fragestellungen und Lebenssituationen von Unternehmerinnen und Unternehmern sind ganz unterschiedlich. Keine Situation gleicht der anderen. Es ist darum zentral, frühzeitig einen Dialog mit Experten zu suchen und sich entsprechende Lösungswege in einem Finanzplan aufzeigen zu lassen.

Patrik Bittel, Experte für Finanzplanung