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Das neue Saron-Darlehen

Es lohnt sich, die Zinsentwicklung im Auge zu behalten.

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Seit dem 29. Juni 2020 bietet die LUKB das SARON-Darlehen an. Was Sie als Unternehmer darüber wissen müssen.

Warum orientieren sich die Rollover-Darlehen* der LUKB neu am SARON?

Urs Bättig: Der über lange Jahre übliche Referenzzins für geldmarktbasierte Kredite LIBOR (steht für London Interbank Offered Rate) wird es ab Ende 2021 mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben. Es braucht daher einen neuen Referenzzins, den SARON (steht für Swiss Average Rate Overnight).

Wie kommt der SARON zustande?

Der SARON ist ein Tagesgeldzinssatz, der von der SIX Group administriert und publiziert wird. Er existiert seit 2009 und wird auf Basis von abgeschlossenen Repo-Transaktionen und verbindlichen Preisstellungen im Schweizer Geldmarkt berechnet. Der SARON ist öffentlich einsehbar, repräsentativ, robust und erfüllt die Anforderungen internationaler Benchmark-Standards.

Was bedeutet die Umstellung für LUKB-Kunden, die noch ein LIBOR-basiertes Rollover-Darlehen haben?

Unsere Kunden mit LIBOR-basierten Rollover-Darlehen werden von uns rechtzeitig betreffend der Umstellung heutiger LIBOR-basierten Darlehen kontaktiert. Generell gilt, dass Kunden seit der Einführung des neuen SARON-Darlehens die Möglichkeit haben, vorzeitig ihr Rollover-Darlehen ganz oder teilweise in ein SARON-Darlehen umzuwandeln.

Wie errechnet sich der Zins für ein SARON-Darlehen?

Er setzt sich aus der mit der LUKB vereinbarten Marge und dem SARON Compound (Basiszinssatz) zusammen. Dieser ergibt sich aus dem Durchschnitt der täglich aufgezinsten SARON-Zinssätze der vordefinierten Periode. Ist der Basiszinssatz der entsprechenden Zinsperiode negativ, beträgt der Basiszinssatz 0%. 

Beim LIBOR-basierten Rollover-Darlehen wird der Zins jeweils zu Beginn einer neuen Kreditperiode für die nächsten ein, drei oder sechs Monate festgelegt. Beim SARON-Darlehen ist das nicht der Fall. Was heisst das für den Kunden?

Beim SARON-Darlehen ist der effektive Basiszinssatz tatsächlich die grosse Unbekannte. Die tägliche Reaktion auf Veränderungen am Geldmarkt kann zu grösseren Zinsausschlägen nach oben, aber auch nach unten führen.

Was müssen Kreditnehmende sonst noch beachten?

Es lohnt sich, die Zinsentwicklungen regelmässig zu beobachten, insbesondere wenn eine Verlängerung bevorsteht. So können Kreditnehmende den idealen Zeitpunkt, das passende Produkt und die geeignete Laufzeit wählen. Wenn sich die Situation im Unternehmen substantiell verändert, ist eine Überprüfung des Risikoprofils angebracht. Von Zeit zu Zeit empfiehlt sich auch ein Beratungsgespräch mit unseren Expertinnen und Experten.

 

* Als Rollover-Kredit bezeichnet man ein mittel- bis langfristiges Darlehen, dessen Zinssatz nicht für die gesamte Laufzeit des Kreditvertrages festgelegt, sondern periodisch den aktuell geltenden Marktverhältnissen angepasst wird.
Urs Bättig, Leiter Produktmanagement Anlegen und Finanzieren

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