Anlagepolitischer Ausblick für das vierte Quartal 2015

Freitag, 18. September 2015

LUKB sieht Margenpotenzial in der Eurozone.

Nach der Entspannung in Griechenland waren die Finanzmärkte nach dem Platzen der Spekulationsblase in China und dem dadurch ausgelösten Kurszerfall an Chinas Festlandbörsen von hoher Nervosität geprägt. Die Börsenkrise in China ist nach Einschätzung der LUKB jedoch kein Vorbote einer globalen Rezession, sondern in erster Linie als überfällige Korrektur einer starken Übertreibung zu betrachten. Das Marktgeschehen dürfte daher weiterhin vor allem durch die Aktivitäten der Notenbanken geprägt werden. Während die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA eine Leitzinserhöhung noch im laufenden Jahr erwarten lassen, hat die Europäische Zentralbank (EZB) angekündigt, ihr Anleihenaufkaufprogramm gegebenenfalls noch weiter auszubauen. Die Finanzanalyse der Luzerner Kantonalbank (LUKB) geht davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2015 um 2.3% wachsen wird (2014: 2.4%).

Keine Rezession in der Schweiz

Die Schweizer Wirtschaft hat den Frankenschock im 2. Quartal etwas besser verarbeitet als noch vor kurzem erwartet, wodurch der Fall in eine Rezession vermieden werden konnte. Die Situation für einige Bereiche der Schweizer Wirtschaft (insbesondere die Metall-, Elektro- und Maschinenindustrie) bleibt aber nach wie vor sehr angespannt. Die Arbeitslosigkeit dürfte in der zweiten Jahreshälfte daher etwas zunehmen. Die LUKB rechnet damit, dass die Schweiz im Jahr 2015 ein Wachstum von 0.9% aufweisen wird (2014: 2.0%) und im Jahr 2016 etwas zulegen kann.

Margenpotenzial in der Eurozone – Schwellenländer unter Druck

Die LUKB-Analysten halten unverändert an der Übergewichtung bei den Aktien fest. Sie reduzieren den Anteil von Aktien aus Schwellenländern und erhöhen im Gegenzug Aktien der Eurozone entsprechend. Durch die massiven Kursrückgänge der chinesischen Inlandbörsen erfuhr auch der Euroraum eine Korrektur an den Aktienmärkten, dies trotz erfreulicher Ergebnisse der Unternehmen aus diesem Wirtschaftsraum. Die Margen von Unternehmen der Eurozone vermochten zwar zuzulegen, liegen aber im Vergleich mit denjenigen anderer Wirtschaftsregionen immer noch deutlich tiefer. Ein weiterer Anstieg der Margen der Unternehmen der Eurozone dürfte den Aktienmärkten in Europa Kursimpulse verleihen. US-Aktien lassen im 2. Halbjahr insbesondere durch höhere Wachstumsraten von binnenmarktorientierten mehr Dynamik erwarten. Der Einbruch der Aktienkurse in China und die sich abzeichnende Abkühlung der Konjunkturdynamik haben vor allem die Aktienmärkte der Schwellenländer angesteckt. Die LUKB-Analysten sind daher den Schwellenländeraktien gegenüber zunehmend skeptisch eingestellt und sehen vorderhand wenig Potenzial.

Die LUKB-Analysten empfehlen, die Position in Immobilien Pazifik vollständig abzubauen und im Gegenzug die Positionen in Schweizer Immobilien und Immobilien Europa zu erhöhen. Die Positionen in Palladium und Gold empfehlen sie unverändert zu lassen.