Luzerner Wirtschaftsprognose Frühling 2012

Freitag, 18. Mai 2012

Die Luzerner Wirtschaft hat das Winterhalbjahr besser überstanden als erwartet. Wie in der Gesamtschweiz resultierte jedoch eine spürbare Wachstumsverlangsamung. Für das Jahr 2012 ist deshalb mit einem Luzerner Bruttoinlandprodukt (BIP) von 0.8 % zu rechnen. Dies geht aus der Luzerner Wirtschaftsprognose Frühjahr hervor, die von der Luzerner Kantonalbank in Zusammenarbeit mit den Konjunkturforschern von BAKBASEL publiziert wird.

Im Jahr 2011 erhöhte sich das Luzerner Bruttoinlandprodukt um 1.9% (Schweiz: ebenfalls plus 1.9 %). In Anbetracht des äusserst schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeldes und der weiterhin sehr ungünstigen Wechselkurssituation war dies ein beachtliches Ergebnis. Robust entwickelte sich insbesondere die Luzerner Aussenhandelstätigkeit. Die Nachfrage nach Bau- und Ausrüstungsinvestitionen blieb trotz unsicherer Konjunkturaussichten hoch. Dennoch gab es einige Branchen, die das vergangene Jahr negativ in Erinnerung behalten dürften. Dazu gehört beispielsweise das Tourismusgewerbe.

Für 2012 sind gemäss BAKBASEL die Wachstumsaussichten für die Luzerner Wirtschaft, vor allem kurzfristig gesehen, eher bescheiden. Zwar präsentiert sich die Binnennachfrage weiterhin überraschend robust, doch aufgrund der Kombination aus anhaltender Frankenstärke und Wachstumsschwäche in mehreren Euro-Ländern ist vor allem beim Exportgeschäft vorerst wenig Wachstumsdynamik zu erwarten. BAKBASEL rechnet 2012 daher mit einem Luzerner BIP-Wachstum von 0.8 %.

Wachstumstreiber im Kanton Luzern dürften nach Einschätzung von BAKBASEL die unternehmensbezogenen Dienstleistungen, der Gesundheitsbereich, das Sozialwesen sowie der Wohnungsbau sein. Weniger optimistisch sind die Perspektiven für das Tourismus-gewerbe und für den Finanzsektor. Während das Tourismusgewerbe unter der Frankenstärke leidet, machen dem Finanzsektor die anhaltende Verunsicherung der Anleger sowie die zunehmenden regulatorischen Massnahmen zu schaffen.

Die langsame Gangart der Luzerner Wirtschaft macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Arbeitslosenquote ist in den letzten Monaten wieder leicht angestiegen und betrug im Februar 2012 saisonbereinigt 2.2 % (Schweiz: 3.1 %). Diese Entwicklung ist jedoch gemäss BAKBASEL nicht besorgniserregend und von den Höchstständen im Herbst 2009 (3.2 %) weit entfernt. Bis zum Jahresende 2012 rechnet BAKBASEL mit einer Luzerner Arbeitslosenquote von maximal 2.5 % (Schweiz: 3.4 %).

Luzerner Wirtschaftsprognose Frühling 2012