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Schutz vor Währungsrisiken

Planungssicherheit in unruhigen Zeiten: Die Devisenexperten der LUKB unterstützen Unternehmen bei der Reduktion ihrer Währungsrisiken.

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Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel untersucht alle drei Jahre die Umsätze auf den globalen Devisenmärkten. Die letzte Erhebung kam zum Schluss, dass tagtäglich Währungen im Wert von 3‘000 Milliarden US-Dollar den Besitzer wechseln. Oft sind die Kursschwankungen marginal, wenn die Märkte auf politische Ereignisse mit vermutlich grosser Tragweite reagieren, können sie aber auch heftig sein. Ein No-Deal-Brexit zum Beispiel könnte Turbulenzen auslösen. 

Deshalb schauen viele Schweizer Firmen zurzeit mit einer gewissen Sorge auf ihren Fremdwährungscashflow. Christian Rohrer, Leiter Devisenhandel bei der LUKB wird täglich um seine Einschätzungen zu künftigen Kursverläufen gebeten. Er blickt auf 20 Jahre Erfahrung im Devisengeschäft zurück, doch er stellt klar: «Sichere Prognosen können wir nicht abgeben; genau so wenig wie die anderen Marktteilnehmer». 

Systematische Risikobegrenzung

Rohrer empfiehlt deshalb eine massgeschneiderte Strategie der Risikobegrenzung. Das Standardinstrument hierfür ist das Devisentermingeschäft. Ein Unternehmen verpflichtet sich, zu einem späteren Zeitpunkt – zum Beispiel am Tag nach einem möglichen No-Deal-Brexit – einen bestimmten Devisenbetrag zu kaufen oder zu verkaufen. 

Abgewickelt wird das Geschäft zum so genannten Terminkurs. Er spiegelt das unterschiedliche Zinsniveau der gehandelten Währungen. Die Marktteilnehmer preisen ein, dass ein Betrag in der höher verzinsten Währung während der Laufzeit des Termingeschäfts mehr Zinsertrag abwirft. 

Beim Devisenpaar Euro/Franken ist die Zinsdifferenz tief, bei den Paaren Pfund/Franken und Dollar/Franken etwas höher. Der Franken ist jeweils die Währung mit dem tieferen Zinsniveau. Das führt dazu, dass der Terminkurs für Franken unter dem Kassakurs liegt. Wer Fremdwährungen auf Termin verkauft, muss daher einen Abschlag auf den Kassakurs hinnehmen, wer ankauft profitiert von diesem Abschlag . 

Bessere Liquiditäts- und Ertragsplanung

Ein Termingeschäft stellt sicher, dass Devisenüberschüsse oder künftig benötigte Fremdwährungsbeträge zu bekannten Konditionen gewechselt werden können. Das ausführende Unternehmen eliminiert finanzielle Unwägbarkeiten und verbessert die Entscheidungsgrundlagen in Sachen Liquiditäts- und Ertragsplanung. 

Kostenlos ist Sicherheit allerdings nie zu haben. Kosten in Form von verpassten Gewinnen fallen immer dann an, wenn die Zielwährung während der Laufzeit eines Termingeschäfts abwertet. Tatsächlich verändern sich die Marktbedingungen konstant. Buchverluste lassen sich kaum vermeiden. Um sie gering zu halten, empfehlen die Devisenexperten der LUKB eine Staffelung der Termingeschäfte. 

Typisch ist folgende Struktur: Beträge und Überschüsse, die voraussichtlich innerhalb von drei Monaten benötigt werden, beziehungsweise anfallen, werden zwischen 60 und 100 Prozent abgesichert. Für das zweite Quartal liegt die Absicherungsquote noch bei einem Wert zwischen 40 und 80 Prozent. Im dritten Quartal werden zwischen 20 und 60 Prozent der Risiken gedeckt, im vierten Quartal noch maximal 40 Prozent.  

In der Summe führt die Staffelung zu einer Glättung des realisierten Durchschnittskurses. Den gleichen Effekt hat das Festhalten an der einmal gewählten Absicherungsstrategie. Dies zeigt eine Analyse, welche die LUKB für das Währungspaar US-Dollar/Franken im Zeitraum 2012 bis 2018 erstellt hat.

Auf der Basis der historischen Kursdaten spielte das Devisenteam der LUKB zwei Cashflow- Szenarien durch. In Szenario I wechselten sie ein- und ausgehende Dollarbeträge umgehend zum Kassakurs. In Szenario II unterstellten sie eine systematische Absicherung. Das Resultat: Über sechs Jahre lag der abgesicherte Dollarkurs nur noch um 0.19 Rappen über dem ungesicherten.  

Devisenderivate als sinnvolle Option

Das Termingeschäft ist – vor allem für Kleinfirmen – der wichtigste Baustein der Risikosteuerung. Es ist aber nicht der Einzige: Ein anderes Instrument sind Devisenderivate. «Der Handel mit Call- und Put-Optionen verleiht dem betrieblichen Fremdwährungsmanagement zusätzliche Flexibilität», erklärt Christian Rohrer.

Ein erwarteter Cashflow kann zum Beispiel innerhalb von Bandbreiten abgesichert werden. Bleibt der Kurs des abgesicherten Währungspaares innerhalb des Korridors, bleibt unter dem Strich der Ertrag aus dem Optionsgeschäft; verlässt er ihn, kommt es zwar zu Verlusten auf der Optionsseite, aber dafür greift die Cashflow-Absicherung.

Die LUKB bietet im Optionsbereich eine Reihe von massgeschneiderten Instrumenten. Bei günstigen Kursverläufen können sie sehr lukrativ sein. Christian Rohrer rät allerdings, das eigentliche Ziel des Fremdwährungsmanagements auch bei Optionsgeschäften nicht aus den Augen zu verlieren: «Es geht nicht um die Erzielung von schnellen Gewinnen, sondern um die nachhaltige Vermeidung von Verlusten».

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