Harmonisierung Zahlungsverkehr Schweiz

Bis 2020 soll der Schweizer Zahlungsverkehr auf den Standard ISO 20022 umgestellt werden. Unzählige Verfahren und Formate für Überweisungen, Lastschriften und Belege sollen schrittweise vereinheitlicht werden. Von der Harmonisierung betroffen ist jedes Schweizer Unternehmen.

Meilensteine

Das müssen Sie wissen

News

Bis Mitte 2018 wird der Wechsel des Schweizer Zahlungsverkehrs auf ISO 20022 schweizweit vollzogen sein. Mit der Umstellung des DTA Formats auf die neuen Normen, empfehlen wir die Aktualisierung der Finanzsoftware im Zeitraum April bis Juni 2018 sicherzustellen.

Die LUKB wird die neuen Formate (pain.001) ab April 2018 im E-Banking entgegennehmen und verarbeiten. Gerne unterstützen wir Sie bei der Planung und Umstellung auf die neuen Zahlungsformate.

Was ändert mit ISO 20022 beim Zahlungsauftrag?

  • pain.001-Meldung ersetzt das bisherige DTA-Format
    Spätestens ab Mitte 2018 werden Zahlungsaufträge (z.B. Kreditoren- und Lohnzahlungen), die bisher mittels Filetransfer übermittelt wurden, nur noch als pain.001-Meldungen im ISO 20022 Standard akzeptiert. Das heutige DTA-Format wird ab Mitte 2018 nicht mehr unterstützt.
  • pain.002-Meldung als Zusatzinformation
    Mit der pain.002-Meldung erhalten Sie Informationen über den Status der übermittelten Zahlungsaufträge (Zahlung akzeptiert, zurückgewiesen, etc.)

Was ändert mit ISO 20022 bei den elektronischen Zahlungsinformationen?

Die heutige ESR-Meldung (ESR V.11) wird durch das neue ISO-Format camt (Cash Management) ersetzt. Folgende Ausprägungen stehen Ihnen im E-Banking zur Auswahl:

  • camt.054 mit ESR/LSV
    Die Details der ESR-Eingänge können aus dem camt.054 entnommen werden.
  • camt.053 mit Detail, ohne ESR/LSV, ohne Lohn
    Der camt.053 beinhaltet sämtliche Kontobuchungen der gewünschten Periode inklusive Konto-Saldo, jedoch ohne Details von Lohnzahlungen und ESR-Eingängen (analog MT940).
  • camt.053 mit Detail, mit ESR/LSV, ohne Lohn
    Auf spezifische Anfrage lassen sich die ESR-Eingänge auch im camt.053 aktivieren.

Weitere Ausprägungen von Zahlungsinformationen (z.B. Lohnzahlungen) sind über den Kanal LUKB Direkt EBICS abrufbar.

Was ändert

Die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs ist ein Gemeinschaftsprojekt des Schweizer Finanzplatzes. Mit der Umstellung auf den internationalen ISO 20022-Standard entstehen zukunftsfähige Grundlagen für noch einfachere und wirtschaftlichere Prozesse. Ziel ist es, die vielen unterschiedlichen Formate, Normen und Verfahren bis Mitte 2020 auf einige wenige zu reduzieren und damit zu harmonisieren.

In folgenden vier Bereichen werden Verfahren standardisiert und harmonisiert:

Überweisung

Die bestehenden Überweisungsverfahren der Banken (DTA) und von PostFinance (EZAG/EGA/ESR) werden, unter Verwendung des ISO 20022-Standards, harmonisiert. Ab Mitte 2018 gelten folgende Standards:

  • Zahlungsaufträge werden nur noch mittels pain.001-Meldung (Customer Credit Transfer Initiation) statt mit dem heutigen DTA/EZAG-Verfahren übermittelt.
  • Informationen über den Status der übermittelten Überweisungsaufträge, allfällige Fehlermeldungen, Warnungen oder Korrekturen können nur noch mittels pain.002-Meldung (Customer Payment Status Report) empfangen werden.
  • Auch für inländische Zahlungen werden ausschliesslich nur noch die Kontonummern im IBAN-Format verwendet.

Ihre Vorteile

  • Dank der neuen End-to-End-Identifikation kann der Auftraggeber seine Zahlungsaufträge eindeutig kennzeichnen. Dadurch können z.B. Statusmeldungen oder Zahlungsrückleitungen automatisiert zugeordnet werden.
  • Durch die Überprüfung der IBAN auf ihre formelle Korrektheit (via Prüfziffer) werden Fehler minimiert.

Übergangsphase

Bis Mitte 2018 werden schweizweit beide Verfahren akzeptiert.

Umsetzung bei der LUKB

  • Nationale und internationale Zahlungsaufträge können bereits heute via Direktschnittstelle (LUKB Direkt EBICS) als pain.001-Meldung (pain = Payment Initiation) erteilt werden.
  • Die Einlieferung des pain.001 via E-Banking ist voraussichtlich ab April 2018 möglich.

Lastschriften

Es wird ein schweizweites Verfahren mit einer gemeinsamen Ausprägung auf Basis des ISO 20022-Standards implementiert. Ab Mitte 2018 gelten folgende Standards:

  • Das Lastschriftverfahren ist mit dem System der E-Rechnung kombiniert.
  • Die Lastschriften sind in die E-Rechnungsprozesse eingebunden.
  • Die Funktionalitäten der E-Rechnung werden optimiert und ausgebaut.
  • Bereits erteilte Belastungsermächtigungen bleiben für das neue Verfahren gültig.

Ihre Vorteile

Die Anmeldung für das Lastschriftverfahren erfolgt elektronisch und wird digitalisiert an die Unternehmen ausgeliefert.

Übergangsphase

Es werden schweizweit beide Verfahren akzeptiert. Der genaue Termin der Übergangsphase ist noch nicht bekannt. 

Cash Management (Kontoreporting)

Konto- bzw. Buchungsinformationen für die regelmässige Kontoabstimmung werden im ISO 20022-Standard wiedergegeben. Ab Mitte 2018 gelten folgende Standards:

  • Für elektronische Konto- bzw. Buchungsinformationen werden neu camt-Meldungen (camt = Cash Management) verwendet.
  • Neben der ESR-Referenznummer und allen übrigen gewohnten Mitteilungen erhält der Begünstigte neu auch den Namen des Einzahlers mitgeteilt.

Ihre Vorteile

  • Die Anpassung ermöglicht eine durchgängige und automatisierte Verarbeitung der Transaktionen.
  • Standardmässig kann der Kontoauszug am Tagesende (camt.053) mit oder ohne Detailangaben bezogen werden.

Übergangsphase

Es werden schweizweit beide Verfahren akzeptiert. Der genaue Termin der Übergangsphase ist noch nicht bekannt. 

Umsetzung bei der LUKB

  • Die camt-Meldungen können bereits heute via Direktschnittstelle (LUKB Direkt EBICS) durch den Kunden bezogen werden.
  • Die Auslieferung der camt's via E-Banking ist auf Anfrage möglich.

Einzahlungsschein mit Datencode

QR-Rechnung ersetzt ab Januar 2019 die heutigen Schweizer Einzahlungsscheine

Ab Januar 2019 ersetzt die QR-Rechnung die heutigen orangen und roten Schweizer Einzahlungsscheine. Der Finanzplatz Schweiz hat die technischen Merkmale der neuen Lösung bekannt gegeben. Damit ist der Weg für die Einbindung der neuen Lösung bei Banken und Softwarehäusern geebnet.

Für Rechnungssteller

Die QR-Rechnung kann ...

  • mit handelsüblichen Druckern selbst erstellt werden
  • zusätzliche Informationen wie beispielsweise die Unternehmens-Identifikation oder eine Rechnungsnummer an den Rechnungsempfänger sind enthalten, die eine automatische Abstimmung mit der Buchhaltung ermöglichen.
  • beispielsweise auf Plakaten oder Flyern angebracht (z.B. für Spenden) werden und für heute schon bestehende oder zukünftige alternative Verfahren genutzt werden; im Gespräch sind beispielsweise die E-Rechnung und TWINT.

Für Rechnungsempfänger

Die QR-Rechnung kann ...

  • mit nur einem Klick sämtliche Zahlungsinformationen beispielsweise per Smartphone (Mobile Banking) oder Lesegerät (E-Banking) erfassen und an die Bank senden. Die manuelle Erfassung oder nachträgliche Ergänzung von Daten entfällt.
  • immer noch ohne technische Hilfsmittel gelesen werden, da alle für die Zahlung notwendigen Informationen sowohl im QR-Code als auch auf dem Zahlteil aufgedruckt sind.
  • auch für alternative Verfahren wie beispielsweise Twint oder die E-Rechnung verwendet werden, falls der Rechnungssteller dies anbietet.

Was zu tun ist

Bei der Harmonisierung des Zahlungsverkehrs spielt die Art der eingesetzten Softwarelösung eine wichtige Rolle. Ob sie über eine standardisierte oder eine individuelle Softwarelösung verfügen, ist dabei entscheidend.

Überprüfen Sie Ihre Softwarelösung mit dem «Software-Check». Prüfen Sie ob Ihre Version der Software auf dem neusten Stand ist oder Sie ein Update für die Umstellung benötigen. Finden Sie Ihre Software im Abfrage-Tool nicht, melden Sie sich bei Ihrem Software-Lieferanten und erkundigen Sie sich, ob diese auf dem aktuellen Stand ist.

Software-Check ausführen

Suchen Sie einen Business-Software-Partner auf dem Finanzplatz Schweiz? Payment Standards führt eine Liste mit sämtlichen Partnern, die ISO 20022-Meldungstypen anbieten. Die Liste wird laufend aktualisiert.

Payment Standards

Weitere Unterstützung bei der Planung bieten Ihnen die Checklisten für Unternehmen mit standardisierten oder individuellen Softwarelösung.

Checkliste für Unternehmen mit einer standardisierten Softwarelösung

  • Kontaktieren Sie Ihren Softwarepartner und erkundigen Sie sich über dessen Einführungsfahrplan.
  • Planen und budgetieren Sie das Update und allfällige weitere Anpassungen.
  • Nehmen Sie die notwendigen Konfigurationen und Änderungen im System vor.
  • Testen Sie die neuen Funktionalitäten auf der Validierungsplattform der SIX.

Validierungsplattform testen

Checkliste für Unternehmen mit einer individuellen Softwarelösung

  • Kontaktieren Sie Ihre IT-Abteilung bzw. Ihren Softwarepartner, welcher Ihre ISO 20022-Anforderungen individuell umsetzt.
  • Starten Sie ein Projekt, um die Umstellung strukturiert abzuwickeln.
  • Führen Sie eine Auswirkungsanalyse durch und definieren Sie Ihre Anforderungen.
  • Planen Sie die Implementierung und das Testing ein.
  • Nehmen Sie die notwendigen Konfigurationen und Anpassungen im System vor.
  • Testen Sie die neuen Funktionalitäten auf der Validierungsplattform der SIX.

Validierungsplattform testen

Meilensteine «Harmonisierung Zahlungsverkehr»

Downloads & Links

Gut zu wissen

Die Harmonisierung des Schweizer Zahlungsverkehrs folgt dem bewährten internationalen ISO 20022-Standard. Durch die Aufhebung der Doppelspurigkeit des dualen Systems von PostFinance und Banken sowie der Belegvielfalt werden Weiterentwicklungs- und Unterhaltskosten minimiert, die Datenqualität erhöht und Fehlerquellen reduziert. Der Ausbau der Automatisierung von Prozessen führt zusätzlich zu einer Effizienzsteigerung und einer einfacheren Umsetzung von regulatorischen Vorgaben.

Prüfen Sie jetzt, ob die aktuelle Version Ihrer Softwarelösung auf dem neusten Stand ist:

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