Halbjahresergebnis 2016

Dienstag, 23. August 2016

Konzerngewinn: 89.1 Millionen Franken I Gewinnprognose für 2016 bestätigt: «In der Grössenordnung von 2015.»

Die Luzerner Kantonalbank AG (LUKB) schliesst die ersten sechs Monate 2016 mit einem Konzerngewinn von 89.1 Millionen Franken ab. Das sind 2.2 Millionen Franken bzw. 2.4% weniger als per Mitte Jahr 2015. Einem höheren Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft stehen weniger Erträge aus dem Kommissions- und Handelsgeschäft und ein strategiebedingt leicht höherer Geschäftsaufwand gegenüber. Die LUKB rechnet für das Geschäftsjahr 2016 unverändert mit einem Ergebnis in der Grössenordnung des Vorjahres (Konzerngewinn 2015: 180.1 Millionen Franken).

«Wir sind schwungvoll in die neue Strategieperiode bis 2020 gestartet und konnten sowohl bei der Stossrichtung 'Wachstum' als auch bei der Stossrichtung 'Transformation in eine digitale Bank' erste Meilensteine erreichen. Dies drückt sich unter anderem in einem gestiegenen Geschäftsvolumen aus», so lautet die Kurzbeurteilung des ersten Semesters 2016 von CEO Daniel Salzmann. Die LUKB konnte den Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft um 4.2% auf 154.6 Millionen Franken steigern, dies dank Ausweitung des Ausleihungsvolumens (plus 781 Millionen Franken bzw. 3.1% auf 26.27 Milliarden Franken), rückläufigen Absicherungskosten, Einnahmen aus Negativzinsen sowie unverändert tiefen Wertberichtigungen im Ausleihungsgeschäft. 
CFO Marcel Hurschler ergänzte, dass die LUKB für das ganze Jahr 2016 nach wie vor mit einem Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft zwischen 308 und 320 Millionen Franken rechnet.

Beim Kommissionsergebnis in der Höhe von 39.7 Millionen Franken (Vergleichswert ganzes Jahr 2015: 82.7 Millionen Franken) spiegelt sich die anhaltend zurückhaltende Stimmung der Anleger – nach wie vor verfügen viele LUKB-Kunden über teilweise hohe Cash-Bestände und wickeln relativ wenige Wertschriftentransaktionen ab.

Im Vorjahresvergleich uneinheitlich zeigt sich ebenfalls der Handelserfolg. Mit 13.4 Millionen Franken liegt er 2.0 Millionen Franken unter dem aussergewöhnlich hohen Resultat nach den ersten sechs Monaten 2015, aber um 6.4 Millionen Franken höher als im zweiten Halbjahr 2015.

Geschäftsaufwand: Kontrolliertes Wachstum

Im Zusammenhang mit der Strategieumsetzung «2020@LUKB» hat die Luzerner Kantonalbank den Personalbestand wie angekündigt in einem ersten Schritt um rund 20 Stellen auf 963.9 Vollzeitstellen aufgebaut. Dies führt gegenüber dem ersten Semester 2015 zu einer Erhöhung des Personalaufwandes um 2.9% auf 71.0 Millionen Franken. Die LUKB geht davon aus, dass der Personalbestand und damit auch die Personalkosten auch im zweiten Halbjahr weiter steigen dürften.

Der Sachaufwand wuchs um 1.8% auf 31.6 Millionen Franken. Die Abgeltung der Staatsgarantie bewegt sich mit 3.3 Millionen Franken auf Vorjahreshöhe. Gesamthaft stieg der Geschäftsaufwand um 2.4%. Dazu LUKB-Finanzchef Marcel Hurschler: «Wir bewegen uns mit dieser Zahl im Rahmen der Planung. Die Cost-Income-Ratio per Mitte Jahr 2016 erfüllt mit 48.7% die strategischen Vorgaben. Mit einem Wert von unter 50% gehören wir nach wie vor zu den effizientesten Retailbanken der Schweiz.»

Stabiler Geschäftsertrag

Der Geschäftserfolg von 100.4 Millionen Franken fällt nur leicht tiefer aus (minus 2.2%) als der Wert von Mitte Jahr 2015, der damals von einem sehr guten ersten Quartal geprägt war. Nach Auflösung zweckbestimmter Reserven für allgemeine Bankrisiken von 3.5 Millionen Franken – analog dem Vergleichssemester 2015 – und den Steuern (Gemeinde, Kanton, Bund) von 14.8 Millionen Franken resultiert für die LUKB ein Halbjahresgewinn von 89.1 Millionen Franken.
Das sind 2.2 Millionen Franken oder 2.4% weniger als nach dem ersten Semester 2015.

Nettoneugeld: Durch das Marktumfeld weniger attraktiv

Aufgrund des Negativzinsumfeldes hat das Thema Nettoneugeld stark an Attraktivität verloren. Die LUKB strebt primär ein Wachstum bei den Wertschriften- und Treuhandanlagen an und hat mit diesen im ersten Semester 2016 ein Plus von 563 Millionen Franken erzielt.
Bei den Kundeneinlagen will die LUKB nur bedingt wachsen, um die bestehenden Kunden möglichst vor der Weiterverrechnung von Negativzinsen zu bewahren. Total weist die LUKB im ersten Halbjahr 2016 einen Nettoneugeldzugang mit 290 Millionen Franken aus. Die bei der LUKB betreuten Kundenvermögen belaufen sich auf 27.206 Milliarden Franken.

Strategieprojekte auf Kurs

CEO Daniel Salzmann zeigte sich erfreut über die Fortschritte von «2020@LUKB», der Strategie der Bank für die Jahre 2016 bis 2020: «Im April 2016 haben wir unser Leistungskonzept 'Immobilienbank' und das 'Immobilien-Kompetenzzentrum' lanciert. Zielmarkt sind professionelle Immobilieninvestoren aus der gesamten deutschsprachigen Schweiz.» Für ihre Depotkunden hat die LUKB per Anfang Jahr neue Anlagelösungen eingeführt. Noch im Projektstatus befindet sich die LUKB gemäss Salzmann mit der Initiative «Neuer Beratungsprozess» für das Privatkundengeschäft (Retail). Ziel ist, die Kunden in Zukunft mit einer noch stärker auf die individuelle Lebenssituation ausgerichteten Beratung zu begleiten und vermehrt aktiv Handlungsfelder aufzuzeigen. Die breite Lancierung ist ab dem 2. Quartal 2017 geplant.

Voraussichtlich Mitte September 2016 wird die LUKB ein neues E-Banking einführen. Salzmann: «Die Kunden erhalten dabei neue, benutzerfreundliche Funktionen. Als Bank profitieren wir von effizienteren Prozessen im Hintergrund, weil die neue E-Banking-Lösung direkt auf unserem Kernbankensystem Avaloq aufsetzt. Dies wird die Durchlässigkeit der Daten und nicht zuletzt die Möglichkeiten für die Selbstadministration unserer Kunden verbessern.»

Drei Meilensteine im «Crowdbanking»

Das erste Halbjahr 2016 der LUKB war ausserdem geprägt von drei Meilensteinen im sogenannten «Crowdbanking»: Im April 2016 hat die LUKB die Internet-Crowdvoting-Plattform «crowders.ch» eingeführt. Aktuell sind über 1'500 sogenannte Voter registriert, die regelmässig Prognosen für die Entwicklung der im Swiss Leader Index® enthaltenen Aktien abgeben.

Die Crowdfunding-Plattform «funders.ch» ist im Juni 2016 mit acht Projekten gestartet. Mittlerweile sind 14 Projekte hochgeschaltet, drei davon sind schon finanziert. «funders.ch» steht auch Projektinitianten aus der Wirtschaft offen. Wie Salzmann weiter ausführte, sondiert die LUKB zurzeit Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Kantonalbanken und erarbeitet konzeptionelle Grundlagen zur Crowdfinanzierung («Lending») von KMU via «funders.ch».

Im Juli 2016 schliesslich hat sich die LUKB als weiteren Schritt in der Digitalisierungsstrategie an der Immobilienplattform «crowdhouse.ch» beteiligt und prüft aktuell Synergien, unter anderem mit dem Leistungskonzept «Immobilienbank».

Investitionen ins Vertriebsnetz

CEO Daniel Salzmann betonte, dass die LUKB parallel zur Digitalisierungsstrategie nach wie vor auf ein ausgebautes Netz von Geschäftsstellen setzt und entsprechend investiert. Die LUKB rechnet für den geplanten Neubau in Sursee mit einem Baustart Anfang 2018. Beim Projekt am Seetalplatz in Emmenbrücke strebt die LUKB ebenfalls einen Baustart im Laufe des Jahres 2018 an. Noch im Jahr 2016 werden die Kundenhallen in Ebikon, Weggis und Reiden neu gestaltet. In der Mall of Switzerland schliesslich will die LUKB laut Salzmann eine erweiterte Selbstbedienungsbank einrichten.

Unveränderte Gewinnprognose für 2016

Die LUKB rechnet gemäss CEO Daniel Salzmann weiterhin mit einem volatilen Marktumfeld bei unverändert negativen Libor- und Swapsätzen. Die LUKB erwartet für 2016 bei weiterer Zunahme der Bruttozinserträge und gleichzeitig höherem Geschäftsaufwand unverändert einen Konzerngewinn auf Niveau des Vorjahres (Jahresergebnis 2015: 180.1 Millionen Franken).
 

Halbjahresergebnis Konzern LUKB per 30.06.2016

Erfolgsrechnung* Mio. CHF +/- in %
Nettoerfolg Zinsengeschäft 154.6 + 4.2 %
Kommissionserfolg 39.7 - 7.2 %
Handelserfolg 13.4 - 13.0 %
Geschäftsaufwand 106.0 + 2.4 %
Geschäftserfolg 100.4 - 2.2 %
Konzerngewinn 89.1 - 2.4 %

* = Vergleichsbasis: 30.06.2015

Volumina** Mio. CHF +/- absolut +/- in %
Kundenausleihungen 26'270  + 781 + 3.1 %
davon Hypotheken 22'638  + 507 + 2.3 %
Eigenkapital vor Gewinnverwendung 2'578 + 90 + 3.6 %
Verwaltete Kundenvermögen, exkl. Doppelzählungen 27'206 + 420 + 1.6 %

** = Vergleichsbasis: 31.12.2015

Strategische Kennzahlen 1. Halbjahr 2016  
Cost-Income-Ratio
(Geschäftsaufwand / Ertrag exkl. im Zinserfolg
verbuchte Wertberichtigungen für Ausfallrisiken)
48.7 %

Gesamtkapital-Ratio der risikogewichteten Aktiven
nach Basel III
- davon CET1-Quote

16.4 %

14.2 %

Leverage Ratio 7.2 %

Detaillierte Zahlen zum Halbjahresergebnis 2016

Bilanz per 30.06.2016

Erfolgsrechnung 01.01. - 30.06.2016

Aktionärsbrief 18.08.2016

Zwischenbericht 1. Halbjahr 2016