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Der Kanton Luzern ist als Wohn- und Arbeitsort überdurchschnittlich attraktiv. Auch wenn sich das Bevölkerungswachstum zuletzt etwas abgeschwächt hat, bleibt die Nachfrage nach Wohneigentum und Mietwohnungen hoch. Ihr gegenüber steht ein unverändert begrenztes Angebot bei Wohneigentum und Mietobjekten.
Im Kanton Luzern sind die Preise für Wohneigentum im vergangenen Jahr weiter deutlich gestiegen. Eigentumswohnungen verteuerten sich im letzten Jahr um durchschnittlich 5.5%, dies gegenüber dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 4.5%. Treibende Faktoren waren tiefe Zinsen, hohe Nachfrage und eine geringe Neubautätigkeit, die das Angebot weiter verknappte.
Noch stärker legten die Preise für Einfamilienhäuser zu: das Plus von 6.4% liegt deutlich über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt (plus 5.3%). Trotz hoher Preisniveaus bleibt die Nachfrage aufgrund günstiger Finanzierungsbedingungen hoch.
Auch 2026 ist auf den Luzerner Eigenheimmärkten – bei Eigentumswohnungen wie bei Einfamilienhäusern – mit weiter steigenden Preisen zu rechnen. Hauptgründe bleiben die tiefen Zinsen und die anhaltend hohe Nachfrage. Gleichzeitig dürfte sich das Preiswachstum etwas abschwächen, da das Bevölkerungswachstum nachlässt und wirtschaftliche Unsicherheiten die Nachfrage bremsen.
In der Stadt Luzern und den Seegemeinden übersteigt die Nachfrage nach Wohneigentum weiterhin klar das Angebot. 2025 stiegen die Preise erneut deutlich: Eigentumswohnungen verteuerten sich um 5.2% auf durchschnittlich über 1.4 Millionen Franken in der Stadt Luzern, Einfamilienhäuser um 5.7% auf rund 2.2 Millionen Franken – in Toplagen wie Meggen oder Weggis noch deutlich darüber.
Trotz anhaltend reger Neubautätigkeit – insbesondere in Ebikon und Rain sowie mit neuen Projekten in Dierikon und Buchrain – bleibt der Markt für Wohneigentum in der Luzerner Agglomeration angespannt. 2025 stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um 5.3% und für Einfamilienhäuser um 5.1%.
Die Region Sempachersee gehört weiterhin zu den gefragtesten Wohnlagen im Kanton, wobei die Nachfrage das Angebot in Gemeinden wie Sursee, Sempach oder Oberkirch klar übersteigt. Entsprechend zogen die Preise erneut kräftig an: Eigentumswohnungen verteuerten sich im 4. Quartal 2025 um 6.5% gegenüber dem Vorjahr und damit deutlich stärker als im langjährigen Durchschnitt. Einfamilienhäuser legten mit einem Plus von 8.2% sogar am stärksten im gesamten Kanton zu.
Die Region Seetal plus verzeichnet dank überdurchschnittlicher Zuwanderung weiterhin eine hohe Wohnraumnachfrage, was 2025 in allen Gemeinden zu steigenden Eigenheimpreisen führte. Besonders stark legten Einfamilienhäuser in Beromünster und Hitzkirch mit Preiszuwächsen von 8 beziehungsweise 9% zu. Hochwertige Objekte in guten Lagen sind nur kurz am Markt, während sich bei den Neubaugesuchen bereits eine Abschwächung der Bautätigkeit abzeichnet.
Die Region Willisau bleibt im kantonalen Vergleich zwar eine erschwinglichere Wohnlage, doch auch hier wird Wohneigentum zunehmend teurer und knapper. 2025 stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um 5.2 % und für Einfamilienhäuser um 7.0%. Neuwertige, mittelgrosse Wohnungen kosten je nach Gemeinde zwischen 800'000 und 950'000 Franken, Einfamilienhäuser über 1 Million Franken. Die geringe Bautätigkeit deutet auf eine anhaltend angespannte Marktsituation hin.
Die Eigenheimmärkte im Entlebuch sind weniger angespannt als in anderen Regionen des Kantons, verzeichneten 2025 jedoch den stärksten Nachfrageanstieg. Begünstigt durch vergleichsweise günstige Preise und tiefe Zinsen nahm das Kaufinteresse deutlich zu, bei gleichzeitig sehr begrenzter Auswahl. Entsprechend stiegen die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser im Jahr 2025 jeweils um über 7%.
Der Mietwohnungsmarkt im Kanton Luzern bleibt stark angespannt: Ende 2025 lag die Leerstandsquote lag bei tiefen 1.0%. Die hohe Nachfrage führt zu überdurchschnittlichen Mietpreisanstiegen von 3.4% gegenüber dem Vorjahr. Eine durchschnittliche 3- bis 3.5-Zimmer-Wohnung kostet rund 1'750 Franken pro Monat, in der Stadt Luzern je nach Lage deutlich mehr. Trotz leicht steigender Baubewilligungen bleibt die Neubautätigkeit unter dem langjährigen Schnitt, weshalb kurzfristig nicht mit einer spürbaren Entlastung des Marktes zu rechnen ist.
Detaillierte Informationen zur Entwicklung des Immobilienmarktes im Kanton Luzern sind auf der Seite «Luzerner Immobilienmarkt» zu entnehmen.
Der «Luzerner Immobilienmarkt» wird jährlich vom Immobilienberatungsunternehmen Wüest Partner AG und der Luzerner Kantonalbank AG erstellt. Datenquellen sind das Statistische Amt des Kantons Luzern, das Bundesamt für Statistik, das Staatssekretariat für Wirtschaft, die Schweizerische Nationalbank, der Baublatt Info-Dienst, Realmatch 360 und die Datenbestände der Wüest Partner AG.
Die Preisangaben beziehen sich auf Transaktionspreise (nicht Angebotspreise).