Finanzmarkt-Fokus-Intro

Finanzmarkt-Fokus

Experten-Einschätzung zu einem spezifischen Anlage-Thema

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Wasser - ein knappes Gut

Wasser ist lebenswichtig und ein Stoff mit besonderen Eigenschaften. Da nur ein kleiner Teil des Wassers auf der Erde nutzbar ist, ist ein sparsamer Umgang zwingend.  Wirtschaftswachstum, wachsende Bevölkerung, Klimawandel und weitere Faktoren führen zu einer Verknappung der Ressource Wasser. Aus diesen Gründen sind sowohl Investitionen in Wassermanagement und -verteilung als auch Schutz und Aufbereitung von Wasser zukunftsweisend und unabdingbar. Nachhaltige Wasserfonds bieten eine interessante Möglichkeit, um in Unternehmen zu investieren, die Lösungen in den globalen Wasserherausforderungen anbieten.

Wasser heisst «Leben»

Unser Leben ist ohne Wasser nicht denkbar. Wasser ist auf der Erde von grosser Bedeutung. Es ist Lebensraum für viele unterschiedliche Organismen sowohl im Meer- als auch im Süsswasser. Wasser ist auch selbst als Ausgangsstoff für eine Vielzahl chemischer Reaktionen, z.B. die Fotosynthese, wichtig. Wasser wird überall gebraucht: in der Landwirtschaft, der Industrie, im Haushalt usw.

Infolge seiner herausragenden Bedeutung für unser Leben ist Wasser ein äusserst wertvoller Rohstoff. 

Vorkommen: nutzbares Wasser ist knapp

Obwohl die gesamte Wassermenge auf der Erde ca. 1.4 Mrd. km3 ausmacht, ist nur ein kleiner Teil davon effektiv nutzbar. Denn während 97.5% als Salzwasser in Ozeanen vorliegt, ist der Grossteil des Süsswassers in Form von Schnee und Eis gebunden. Lediglich weniger als 1% der gesamten Menge sind effektiv nutzbar. Dies zeigt, dass nutzbares Wasser eine knappe Ressource ist, mit der sparsam umgegangen werden sollte.

Nur ein kleiner Anteil des Wasservorkommens kann genutzt werden  

Quelle: Lozán, J.L. u.a.(Hg.): Warnsignal Klima: Genug Wasser für alle? Wissenschaftliche Fakten, Hamburg 2004

 

Wasserverbrauch steigt weiter an

Schon bei den «alten» Römern war das Baden ein wichtiger Teil ihrer Kultur und die effiziente Verteilung von Wasser über Aquaedukte zentral. Daneben hätten viele andere antike Hochkulturen ohne Wassergewinnung und -nutzung keine intensive Landwirtschaft betreiben und somit wirtschaftlichen Aufschwung erleben können.

Heutzutage erhöht sich weltweit der Druck auf die Wasserressourcen: Der Bedarf nimmt stark zu, die Verfügbarkeit ist jedoch begrenzt. Obwohl in den entwickelten Ländern der Wasserverbrauch pro Kopf in den letzten Jahren aufgrund von besserer Wassernutzung und dem technologischen Fortschritt tendenziell zurückgegangen ist, hat sich der weltweite Wasserverbrauch zwischen 1930 und heute etwa versechsfacht. Die Unesco schätzt, dass der Wasserverbrauch weltweit weiter um ca. 1% pro Jahr steigen wird.

Auf der einen Seite führen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum zu einer verstärkten Nachfrage nach Wasser. Auf der anderen Seite haben Klimawandel, Verstädterung, Umweltverschmutzung und Landnutzungsänderungen Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit. Im Jahr 2025 werden zwei Drittel aller Menschen in Gebieten mit Wasserknappheit leben, was u.a. Folgen für die Migration haben kann.

Etwa 70% des Wasserverbrauchs entfallen auf die Landwirtschaft, wobei deutliche Unterschiede zwischen Entwicklungs- und Schwellenländern bestehen. Die Industrie hat global einen Anteil von ca. 19%, während die Haushalte ungefähr 11% verbrauchen. Bei letzteren macht der Hauptteil des Verbrauchs Baden/Duschen und die Toilettenspülung aus. Auch die Herstellung diverser Produkte verschlingt Unmengen an Wasser. So wird zur Produktion von Rindfleisch (15'415 Liter pro Kilogramm), Papier (2'600 Liter pro Kilogramm), Kartoffelchips (1'040 Liter pro Kilogramm) und Bier (300 Liter pro Liter Bier) sehr viel Wasser benötigt.

Der grösste Anteil am Wasserverbrauch entfällt auf die Landwirtschaft


 

Quelle: Food and Agriculture Organization of the United Nations

Fondsfokus-Zitat-Müller-Andreas

Andreas Müller, Fondsanalyst

Bevölkerungswachstum, wirtschaftlicher Fortschritt und Klimawandel benötigen grosse Investitionen in den Wassersektor über die nächsten Jahre und eröffnen interessante Wachstumschancen.

Andreas Müller, Fondsanalyst

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Technologischer Fortschritt und ein sparsamer Umgang sind mitentscheidend

Um trotz des Bevölkerungswachstums und des grossen wirtschaftlichen Fortschritts einiger Schwellenländer langfristig keinen Wasserinfarkt zu erleiden, sind eine gute Verteilung und ein nachhaltiger Umgang mit dem «blauen Gold», die Rezyklierung (Reinigung und Aufbereitung), die Meerwasserentsalzung und die Reduktion von Verlusten entscheidend. So verschwinden alleine in England über 3 Mrd. Liter Wasser pro Tag im Erdreich aufgrund von undichten Stellen des rund 345'000 km langen Wasser-Leitungsnetzes, was in etwa 25% entspricht. 

Grund- und sauberes Trinkwasser sowie Sanitärversorgung sind auch unerlässlich, um die Auswirkungen von Dürren zu verringern und um Hungersnöten und Krankheiten in Entwicklungsländern vorzubeugen. 

Die Wichtigkeit dieses Themas hat die UNO in einem ihrer 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) aufgegriffen (Ziel 6). Unternehmungen, welche die Verschmutzung und Übernutzung der Ozeane reduzieren oder die Artenvielfalt unter Wasser fördern, tragen dem UNO-Nachhaltigkeitsziel 14 Rechnung. Demnach sollen bis 2025 alle Arten der Meeresverschmutzung erheblich verringert und die Versauerung der Ozeane auf ein Mindestmass reduziert werden.  

UNO-Nachhaltigkeitsziele 6 und 14
 


 

Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft, EDA

 

Wassersektor: interessante Wachstumschancen

Um sicherzustellen, dass das Angebot mit der steigenden Nachfrage nach nutzbarem Wasser mithalten kann, sind entschlossene Massnahmen erforderlich: Steigerung der Effizienz und Verbesserung der Bewässerungsmethoden in der Landwirtschaft, Investitionen in Infrastruktur und Gewährleistung einer besseren Aufbereitung, ressourceneffizienter Umgang im Haushalt und der Industrie, Wiederverwendung und Wiederverwertung von Wasser usw. 

Schätzungen gehen davon aus, dass über die nächsten 25 Jahre Investitionen von USD 1'000 Mrd. nötig sind und die Umsätze im Wassersektor jährlich 4 bis 6% wachsen werden. Unternehmen, die innovative Lösungen in den globalen Wasserherausforderungen anbieten, können in den nächsten Jahren vom strukturellen Wachstum profitieren.

Finanzmarkt-Fokus-Text 3

Haben Sie Interesse an konkreten Anlageideen zu diesem Thema? Kundinnen und Kunden der LUKB mit einem Vermögensberatungs-Mandat erhalten diese exklusiv. Ihre Kundenberaterin oder Ihr Kundenberater steht Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.

Finanzmarkt-Fokus-Akkordeon

Archiv

Februar 2022: Dividendentitel – Qualität und Stabilität für Ihr Portfolio                

Aktionäre von Schweizer Unternehmen können sich auf eine erfreuliche Dividendensaison einstellen. Schätzungen zufolge schütten Schweizer Unternehmen im laufenden Jahr in der Summe einen neuen Rekordwert aus. Ein Blick zurück zeigt, dass Dividenden reinvestiert einen wichtigen Performancebeitrag leisten und robuste Dividendentitel in volatilen Marktphasen Qualität und Stabilität in Ihr Portfolio bringen.

Attraktive Dividendensaison läuft demnächst an

Investoren von Schweizer Unternehmen können sich auf die Dividendensaison freuen, welche in der Schweiz hauptsächlich von März bis Juni stattfindet. Im vergangenen Jahr haben Schweizer Unternehmen des Swiss Performance Index rund CHF 48 Mrd. ausgeschüttet, ähnlich viel wie im Vorjahr. Die Ausschüttungen der letzten beiden Jahre waren aufgrund der Corona-Pandemie etwas tiefer ausgefallen als im Jahr 2019. Aufgrund der robusten Wirtschaftserholung und starken Geschäftstätigkeit dürften die Unternehmen für das Geschäftsjahr 2021 robuste Ergebnisse präsentieren. Die angelaufene Berichtssaison zeigt, dass viele Unternehmen sowohl den Umsatz als auch den Gewinn haben steigern können. Damit stehen die Chancen für höhere Ausschüttungen gut. Der Marktkonsens geht davon aus, dass die Ausschüttungen in diesem Jahr um CHF 5.5 Mrd. auf CHF 53 Mrd. zunehmen werden und damit ein neuer Rekordwert realisiert wird.

Dividendenausschüttungen der SPI-Unternehmen in CHF Mrd. pro Jahr, hellgrüne Balken sind Prognosewerte

Quelle: Bloomberg, LUKB

 

Neben Dividendenrendite auch Dividendensicherheit beachten

Bei der Wahl von Dividendentiteln ist darauf zu achten, dass neben der Höhe der Dividendenrendite auch der Dividendensicherheit Beachtung geschenkt wird. Hat ein Unternehmen über viele Jahre und in verschiedenen Marktphasen die Dividende konstant gehalten oder erhöht, so zeugt das von einem klaren Bekenntnis zu Dividendenzahlungen.

Grundsätzlich gilt, dass Unternehmen mit einer soliden Bilanz, robuster Ertragskraft und starkem Cashflow eine hohe Dividendensicherheit aufweisen. Die Bilanz spiegelt die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens wider und gibt einen Hinweis darauf, ob ein Unternehmen auch in schwierigeren Zeiten über genügend Reserven für eine Dividendenzahlung verfügt und diese aufrechterhalten kann. Die Ertragskraft und der Cashflow eines Unternehmens bzw. die Dividende in Relation dazu zeigt, ob ein Unternehmen profitabel wirtschaftet und aus den laufenden Erträgen seine Dividende finanzieren kann. Nur wenn das der Fall ist, ist die Dividendenausschüttung längerfristig nachhaltig. Grundsätzlich empfiehlt es sich bei der Selektion von Dividendentiteln zu diversifizieren, um das titelspezifische Risiko zu reduzieren.

Reinvestierte Dividenden und Zinseszinseffekt tragen zur Gesamtperformance bei

Wer als Investor für Dividendenausschüttungen keine sofortige Verwendung findet, ist mit einer Reinvestition gut beraten. Denn über die Jahre zahlt sich die Wiederanlage von Dividenden auch dank des Zinseszinseffektes deutlich aus. Hätte man 1995 10'000 Franken in die Unternehmen des SPI investiert und die Dividende jeweils reinvestiert, so hätte man heute, 27 Jahre später, ein Vermögen von rund 100'000 Franken. Ohne reinvestierter Gewinnausschüttungen wären es «lediglich» ca. 50'000 Franken. 

Auswirkung von Reinvestitions- und Zinseszinseffekt auf die Gesamtperformance, per 1995 auf CHF 10'000 indexiert

Quelle: Bloomberg, LUKB

 

Dividendentitel: Qualität und Stabilität für Ihr Portfolio

Dividendenstarke Titel weisen oftmals defensive Eigenschaften auf. Reife Unternehmen schütten einen grösseren Teil des Gewinns in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen den Aktionären aus. Jüngere und wachstumsstarke Unternehmen setzen den Gewinn eher für künftiges Wachstum ein. Deshalb können Dividendentitel in Boomphasen, wo Wachstumstitel wie jene aus dem Technologiesektor einen starken Kurszuwachs verzeichnen, oftmals nicht mit dem Gesamtmarkt mithalten. Umgekehrt verhält es sich, wenn an der Börse Sorgen aufkommen. Da werden Unternehmen mit einem soliden Geschäftsmodell, einer robusten Bilanz und einem stabilen Cashflow gesucht. Darum bringen defensive Dividendentitel Qualität und Stabilität in Ihr Portfolio.

Erfolgreiche Dividendenstrategien

Die Dividenden-Aristokraten-Strategie, die in den SPDR-ETFs von State Street Global Advisors zur Anwendung kommt, setzt gezielt auf Unternehmen mit regelmässigen Gewinnausschüttungen und starken Markenpositionen. Bei dieser defensiven Strategie werden nur Titel von Unternehmen berücksichtigt, die über viele Jahre (in den USA über 20 Jahre) die Gewinnausschüttung gleich behalten oder erhöht haben. Einen etwas opportunistischeren Dividendenansatz setzt BlackRock in den iShares-ETFs um. Bei diesem Ansatz wird der Dividendenhistorie weniger Gewicht beigemessen und stärker auf die Höhe der Dividendenrendite geschaut, wobei auch Kennzahlen zur Ausschüttungssicherheit berücksichtigt werden.

Für Investoren, welche die Titelselektion von einzelnen, dividendenstarken Unternehmen und deren Überwachung lieber professionellen Fondsmanagern überlassen möchten, bietet sich die Möglichkeit von attraktiven Dividendenfonds an.

November 2021: Gesundheitsbereich – hohe Innovationsfähigkeit, interessante Langfristperspektiven                

Der Gesundheitsbereich profitiert von strukturellen Wachstumstreibern wie der global wachsenden, alternden Bevölkerung und dem Ausbau des Gesundheitsangebots in den Schwellenländern. Zu den herausragenden Merkmalen dieser Branche gehört die hohe Innovationskraft.

Demografischer Wandel treibt das Wachstum

Ein grosser Treiber im Markt für medizinische Produkte und Dienstleistungen ist der demografische Wandel und der steigende Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung. Schätzungen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Weltbevölkerung von aktuell 7.7 Mrd. auf 9.7 Mrd. im Jahr 2050 steigen wird. Die Anzahl der über 65-jährigen wird sich überproportional auf 1.5 Mrd. erhöhen. Die durchschnittliche Lebenserwartung dürfte von heute 73 auf 77 Jahre klettern.

Ältere Menschen erkranken häufiger an Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alzheimer-Demenz, was mit steigenden Gesundheitskosten verbunden ist. Ein Blick auf die Schweiz zeigt, dass die Gesundheitskosten mit dem Alter rasant zunehmen. Die Altersgruppe der 66 bis 70-jährigen gab 2019 doppelt so viel für ihre Gesundheit aus wie die 26 bis 30-jährigen. Die 86 bis 90-jährigen gar rund neun Mal so viel.

Schweiz Gesundheitsausgaben 2019 nach Altersgruppe in CHF

Quelle: Bundesamt für Statistik

 

Schwellenländer haben bezüglich Gesundheitsausgaben Aufholpotenzial

In den Schwellenländern lebt rund die Hälfte der Weltbevölkerung, doch der Anteil an den globalen Gesundheitsausgaben ist viel geringer. So sind die aktuellen Gesundheitsausgaben in China pro Kopf rund 13 Mal tiefer als in den USA. In den Schwellenländern etabliert sich allmählich eine städtische Mittelschicht, die moderne Gesundheitsdienstleistungen verlangt. Dies hat zur Folge, dass die Gesundheitsausgaben deutlich steigen werden. Damit tun sich in den Schwellenländern für Gesundheitsunternehmen interessante Wachstumsperspektiven auf.

Gesundheitsausgaben 2020 pro Kopf ausgewählter Länder in USD

Quelle: OECD

 

Gesundheitssektor mit hoher Innovationskraft

Die starke Innovationskraft des Gesundheitssektors sichert das zukünftige Geschäft und hat positive Auswirkungen auf die Gewinnentwicklung. Die Aussicht auf einen lang anhaltenden Patentschutz stimuliert die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der Gesundheitskonzerne. Dass dabei erlangte Wissen stellt für die Konkurrenz grosse Eintrittsbarrieren dar. Einfach gesagt: gelingt es einem Unternehmen erfolgreich ein Produkt auf den Markt zu bringen, kann es den Gewinn über einen langen Zeitraum abschöpfen. Über den Zeitraum der letzten zehn Jahre hat der Gesundheitsbereich ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum erzielt und darum eine bessere Performance realisiert als der Gesamtmarkt.
 
Performance über 10 Jahre in USD, per Ende Oktober 2011 indexiert

Quelle: Bloomberg

 

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August 2021: Welche Anlagen bieten Schutz vor Inflation?                

In den USA und Europa ist die Teuerungsrate gemessen am Konsumentenpreisindex jüngst auf so hohe Werte gestiegen, wie seit Jahren nicht mehr. Dies hat Investoren aufgeschreckt. Denn je höher die Inflation ausfällt, desto stärker ist der negative Effekt auf die reale Renditeentwicklung der Anlagen im Portfolio. Wir zeigen auf, was es mit der Teuerung und dem Kaufkraftverlust auf sich hat, und welche Anlagen einen Schutz vor Inflation bieten.

Teuerung und Kaufkraftverlust

Ist die Teuerungsrate - auch Inflation genannt - positiv, was sie meistens ist, verliert man an Kaufkraft. Das heisst, man kann mit dem gleichen Geldbetrag nicht mehr denselben Warenkorb kaufen. Nun denken Sie vielleicht, das sei ja nicht so schlimm, beträgt ja nur 1% pro Jahr. Der Effekt über die Zeit ist jedoch nicht zu unterschätzen. Über einen Zeitraum von 10 Jahren resultiert bei einer Teuerungsrate von 1% pro Jahr ein kumulierter Kaufkraftverlust von 9.5%, bei 2% pro Jahr gar einer von 18%.

Reagieren Anlagen unterschiedlich auf Teuerung?

In der Theorie profitieren Realwerte wie Aktien, Immobilien und Rohstoffe von einer steigenden Inflation, da diese im Gegensatz zu Nominalwerten wie Bargeld und Obligationen bei steigenden Preisen nicht an Wert verlieren.

Um eine Aussage bezüglich des potenziellen Inflationsschutzes einer Anlage treffen zu können, haben wir die Reaktion verschiedener Anlagen auf die Veränderung der Inflation in den letzten 20 Jahren analysiert. Als Mass dafür dient das Inflations-Beta. Dieses gibt einen Hinweis darauf, wie die Gesamtrendite eines Vermögenswertes bei einem Anstieg der Inflation reagierte. Dabei wird jeweils ein Zwölf-Monats-Horizont unterstellt. Die folgende Darstellung zeigt die Ergebnisse unserer Analyse und kann folgendermassen interpretiert werden: je höher das Inflations-Beta, desto besser war die Rendite einer Anlage, wenn die Inflation gestiegen ist und vice versa.

Inflations-Beta ausgewählter Anlagen

Quelle: LUKB

 

Die Analyse zeigt, dass Rohstoffe den besten Inflationsschutz aufwiesen. Ein Anstieg der Inflationsrate um 1% p.a. ging im Beobachtungszeitraum mit einem durchschnittlichen Kursanstieg von 14% p.a. einher. Auch Aktien und Immobilienaktien erwiesen sich als guter Inflationsschutz. Anders sieht es bei Staatsanleihen aus. Die nominalen Staatsanleihen verzeichneten bei einem Inflationsanstieg Kursverluste. Inflationsgeschützte Staatsanleihen schützten dagegen vor Inflation, da diese dem Investor über die Bindung an die Teuerungsrate den Anstieg der Inflationsrate erstatteten. 

Die Ergebnisse reihen sich gut in jene von anderen Studien (Markovicz 2021, Grass 2021, Thuerbach und Johnson 2021) ein. Je nach Betrachtungszeitraum gibt es bei den Inflations-Betas andere Werte. Die Reihenfolge der Anlagen bezüglich Inflationssensitivität bleibt jedoch gleich. Alles in allem zeigen die Ergebnisse der letzten 20 Jahre, dass Realwerte wie Aktien, Immobilien und Rohstoffe zu denjenigen Anlagen gehören, die über Inflationsschutz verfügen. Nominalwerte wie Obligationen und Bargeld bieten dagegen keinen Schutz vor Inflation.

Mit welchen Anlagen schütze ich mein Portfolio vor Teuerung?

Historisch haben Realwerte einen guten Inflationsschutz erzielt. Auch wenn die Vergangenheit nie eins zu eins auf die Zukunft übertragen werden kann, dürften Realwerte auch künftig bei steigenden Inflationsraten besser abschneiden als Nominalwerte. Wir haben eine schematische Darstellung von ausgewählten Anlagen zusammengestellt, die bei steigender Inflation tendenziell eine bessere Performance als die Inflation (+) bzw. eine schlechtere Performance als die Inflation (-) aufweisen. Diese kann eine Hilfestellung bei Investitionsentscheidungen bieten.

Inflation steigend und Performance-Effekt auf ausgewählte Anlagen

Ausgewählte Anlagen Inflation steigend
Staatsanleihen -
TIPS +
Aktien mit Preissetzungsmacht +
Immobilienmanagement +
Rohstoffe +
Quelle: LUKB

 

Bei Obligationen bieten inflationsgeschützte Anleihen - auch Treasury Inflation Protected Securities (TIPS) genannt - einen Schutz vor Teuerung. Inflationsgeschützte Anleihen bieten einen Schutz vor Teuerung, da ihre Coupons an sich verändernde Inflationsraten angepasst werden. Emittenten sind in der Regel Staaten. Die Schweizerische Eidgenossenschaft bietet jedoch keine TIPS an.

Bei Aktien können Unternehmen mit Preissetzungsmacht Schutz vor Inflation bieten. Denn sie haben die Möglichkeit, steigende Kosten und höhere Löhne einfacher an die Endpreise weiterzugeben. Dazu gehören Unternehmen mit starken, bekannten Marken. Aber auch Unternehmen aus dem Infrastrukturbereich wie Wasserversorger und Autobahnbetreiber können ihre Gebühren oftmals im Einklang mit den Verbraucherpreisen erhöhen.

Im Bereich der Nicht-traditionellen Anlagen erachten wir Rohstoffe und Immobilienengagements als geeignete Instrumente, um vor Teuerung zu schützen. Eine höhere Teuerungsrate ist oft die Folge von einer höheren Wirtschaftsdynamik, bei der die Nachfrage nach Rohstoffen steigt. Somit steigen die Rohstoffpreise. Anlagen in Rohstoffe bieten damit einen Schutz vor Inflation. Bei Immobilien können steigende Hypothekarkosten über Mietpreiserhöhungen wettgemacht werden. Zudem bringt eine robuste Wirtschaft eine erhöhte Nachfrage nach Geschäfts- und Wohnimmobilien mit sich, was mit Miet- und Preissteigerungen verbunden ist.

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