Finanzmarkt-Fokus-Intro

Finanzmarkt-Fokus

Experten-Einschätzung zu einem spezifischen Anlage-Thema

Fondsfokus-Text 1

Gesundheitsbereich – hohe Innovationsfähigkeit, interessante Langfristperspektiven

Der Gesundheitsbereich profitiert von strukturellen Wachstumstreibern wie der global wachsenden, alternden Bevölkerung und dem Ausbau des Gesundheitsangebots in den Schwellenländern. Zu den herausragenden Merkmalen dieser Branche gehört die hohe Innovationskraft.

Demografischer Wandel treibt das Wachstum

Ein grosser Treiber im Markt für medizinische Produkte und Dienstleistungen ist der demografische Wandel und der steigende Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung. Schätzungen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Weltbevölkerung von aktuell 7.7 Mrd. auf 9.7 Mrd. im Jahr 2050 steigen wird. Die Anzahl der über 65-jährigen wird sich überproportional auf 1.5 Mrd. erhöhen. Die durchschnittliche Lebenserwartung dürfte von heute 73 auf 77 Jahre klettern.

Fondsfokus-Zitat

Thomas Eyer, Fondsanalyst

Da es immer mehr ältere Menschen geben wird und die Gesundheitskosten mit zunehmendem Alter in die Höhe schnellen, werden die Gesundheitsausgaben in den kommenden Dekaden kräftig zulegen. 

Thomas Eyer, Fondsanalyst

Finanzmarkt-Fokus-Text 2

Ältere Menschen erkranken häufiger an Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Alzheimer-Demenz, was mit steigenden Gesundheitskosten verbunden ist. Ein Blick auf die Schweiz zeigt, dass die Gesundheitskosten mit dem Alter rasant zunehmen. Die Altersgruppe der 66 bis 70-jährigen gab 2019 doppelt so viel für ihre Gesundheit aus wie die 26 bis 30-jährigen. Die 86 bis 90-jährigen gar rund neun Mal so viel.

Schweiz Gesundheitsausgaben 2019 nach Altersgruppe in CHF

Quelle: Bundesamt für Statistik

 

Schwellenländer haben bezüglich Gesundheitsausgaben Aufholpotenzial

In den Schwellenländern lebt rund die Hälfte der Weltbevölkerung, doch der Anteil an den globalen Gesundheitsausgaben ist viel geringer. So sind die aktuellen Gesundheitsausgaben in China pro Kopf rund 13 Mal tiefer als in den USA. In den Schwellenländern etabliert sich allmählich eine städtische Mittelschicht, die moderne Gesundheitsdienstleistungen verlangt. Dies hat zur Folge, dass die Gesundheitsausgaben deutlich steigen werden. Damit tun sich in den Schwellenländern für Gesundheitsunternehmen interessante Wachstumsperspektiven auf.

Gesundheitsausgaben 2020 pro Kopf ausgewählter Länder in USD

Quelle: OECD

 

Gesundheitssektor mit hoher Innovationskraft

Die starke Innovationskraft des Gesundheitssektors sichert das zukünftige Geschäft und hat positive Auswirkungen auf die Gewinnentwicklung. Die Aussicht auf einen lang anhaltenden Patentschutz stimuliert die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der Gesundheitskonzerne. Dass dabei erlangte Wissen stellt für die Konkurrenz grosse Eintrittsbarrieren dar. Einfach gesagt: gelingt es einem Unternehmen erfolgreich ein Produkt auf den Markt zu bringen, kann es den Gewinn über einen langen Zeitraum abschöpfen. Über den Zeitraum der letzten zehn Jahre hat der Gesundheitsbereich ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum erzielt und darum eine bessere Performance realisiert als der Gesamtmarkt.
 
Performance über 10 Jahre in USD, per Ende Oktober 2011 indexiert

Quelle: Bloomberg

Finanzmarkt-Fokus-Text 3

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Finanzmarkt-Fokus-Akkordeon

Archiv

August 2021: Welche Anlagen bieten Schutz vor Inflation?                

In den USA und Europa ist die Teuerungsrate gemessen am Konsumentenpreisindex jüngst auf so hohe Werte gestiegen, wie seit Jahren nicht mehr. Dies hat Investoren aufgeschreckt. Denn je höher die Inflation ausfällt, desto stärker ist der negative Effekt auf die reale Renditeentwicklung der Anlagen im Portfolio. Wir zeigen auf, was es mit der Teuerung und dem Kaufkraftverlust auf sich hat, und welche Anlagen einen Schutz vor Inflation bieten.

Teuerung und Kaufkraftverlust

Ist die Teuerungsrate - auch Inflation genannt - positiv, was sie meistens ist, verliert man an Kaufkraft. Das heisst, man kann mit dem gleichen Geldbetrag nicht mehr denselben Warenkorb kaufen. Nun denken Sie vielleicht, das sei ja nicht so schlimm, beträgt ja nur 1% pro Jahr. Der Effekt über die Zeit ist jedoch nicht zu unterschätzen. Über einen Zeitraum von 10 Jahren resultiert bei einer Teuerungsrate von 1% pro Jahr ein kumulierter Kaufkraftverlust von 9.5%, bei 2% pro Jahr gar einer von 18%.

Reagieren Anlagen unterschiedlich auf Teuerung?

In der Theorie profitieren Realwerte wie Aktien, Immobilien und Rohstoffe von einer steigenden Inflation, da diese im Gegensatz zu Nominalwerten wie Bargeld und Obligationen bei steigenden Preisen nicht an Wert verlieren.

Um eine Aussage bezüglich des potenziellen Inflationsschutzes einer Anlage treffen zu können, haben wir die Reaktion verschiedener Anlagen auf die Veränderung der Inflation in den letzten 20 Jahren analysiert. Als Mass dafür dient das Inflations-Beta. Dieses gibt einen Hinweis darauf, wie die Gesamtrendite eines Vermögenswertes bei einem Anstieg der Inflation reagierte. Dabei wird jeweils ein Zwölf-Monats-Horizont unterstellt. Die folgende Darstellung zeigt die Ergebnisse unserer Analyse und kann folgendermassen interpretiert werden: je höher das Inflations-Beta, desto besser war die Rendite einer Anlage, wenn die Inflation gestiegen ist und vice versa.

Inflations-Beta ausgewählter Anlagen

Quelle: LUKB

 

Die Analyse zeigt, dass Rohstoffe den besten Inflationsschutz aufwiesen. Ein Anstieg der Inflationsrate um 1% p.a. ging im Beobachtungszeitraum mit einem durchschnittlichen Kursanstieg von 14% p.a. einher. Auch Aktien und Immobilienaktien erwiesen sich als guter Inflationsschutz. Anders sieht es bei Staatsanleihen aus. Die nominalen Staatsanleihen verzeichneten bei einem Inflationsanstieg Kursverluste. Inflationsgeschützte Staatsanleihen schützten dagegen vor Inflation, da diese dem Investor über die Bindung an die Teuerungsrate den Anstieg der Inflationsrate erstatteten. 

Die Ergebnisse reihen sich gut in jene von anderen Studien (Markovicz 2021, Grass 2021, Thuerbach und Johnson 2021) ein. Je nach Betrachtungszeitraum gibt es bei den Inflations-Betas andere Werte. Die Reihenfolge der Anlagen bezüglich Inflationssensitivität bleibt jedoch gleich. Alles in allem zeigen die Ergebnisse der letzten 20 Jahre, dass Realwerte wie Aktien, Immobilien und Rohstoffe zu denjenigen Anlagen gehören, die über Inflationsschutz verfügen. Nominalwerte wie Obligationen und Bargeld bieten dagegen keinen Schutz vor Inflation.

Mit welchen Anlagen schütze ich mein Portfolio vor Teuerung?

Historisch haben Realwerte einen guten Inflationsschutz erzielt. Auch wenn die Vergangenheit nie eins zu eins auf die Zukunft übertragen werden kann, dürften Realwerte auch künftig bei steigenden Inflationsraten besser abschneiden als Nominalwerte. Wir haben eine schematische Darstellung von ausgewählten Anlagen zusammengestellt, die bei steigender Inflation tendenziell eine bessere Performance als die Inflation (+) bzw. eine schlechtere Performance als die Inflation (-) aufweisen. Diese kann eine Hilfestellung bei Investitionsentscheidungen bieten.

Inflation steigend und Performance-Effekt auf ausgewählte Anlagen

Ausgewählte Anlagen Inflation steigend
Staatsanleihen -
TIPS +
Aktien mit Preissetzungsmacht +
Immobilienmanagement +
Rohstoffe +
Quelle: LUKB

 

Bei Obligationen bieten inflationsgeschützte Anleihen - auch Treasury Inflation Protected Securities (TIPS) genannt - einen Schutz vor Teuerung. Inflationsgeschützte Anleihen bieten einen Schutz vor Teuerung, da ihre Coupons an sich verändernde Inflationsraten angepasst werden. Emittenten sind in der Regel Staaten. Die Schweizerische Eidgenossenschaft bietet jedoch keine TIPS an.

Bei Aktien können Unternehmen mit Preissetzungsmacht Schutz vor Inflation bieten. Denn sie haben die Möglichkeit, steigende Kosten und höhere Löhne einfacher an die Endpreise weiterzugeben. Dazu gehören Unternehmen mit starken, bekannten Marken. Aber auch Unternehmen aus dem Infrastrukturbereich wie Wasserversorger und Autobahnbetreiber können ihre Gebühren oftmals im Einklang mit den Verbraucherpreisen erhöhen.

Im Bereich der Nicht-traditionellen Anlagen erachten wir Rohstoffe und Immobilienengagements als geeignete Instrumente, um vor Teuerung zu schützen. Eine höhere Teuerungsrate ist oft die Folge von einer höheren Wirtschaftsdynamik, bei der die Nachfrage nach Rohstoffen steigt. Somit steigen die Rohstoffpreise. Anlagen in Rohstoffe bieten damit einen Schutz vor Inflation. Bei Immobilien können steigende Hypothekarkosten über Mietpreiserhöhungen wettgemacht werden. Zudem bringt eine robuste Wirtschaft eine erhöhte Nachfrage nach Geschäfts- und Wohnimmobilien mit sich, was mit Miet- und Preissteigerungen verbunden ist.

Haben Sie Interesse an konkreten Anlageideen zu diesem Thema? Kundinnen und Kunden der LUKB mit einem Vermögensberatungs-Mandat erhalten diese exklusiv. Ihre Kundenberaterin oder Ihr Kundenberater steht Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.

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