Eine Einschätzung zur aktuellen Entwicklung der Hypothekarzinsen mit Hintergrundinformationen, Tipps und einer Zinsprognose für die kommenden Monate.
Wir blicken auf die vergangene Entwicklung von Leitzins und Hypothekarzinsen zurück und wagen gleichzeitig einen Blick in die Zukunft.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am 24. September 2026 den Leitzins weiterhin unverändert bei 0% belassen.
Der SNB-Leitzins bleibt somit weiterhin auf dem seit dem 19. Juni 2025 geltenden Niveau von 0%. Die SNB hält damit an ihrem Kurs fest, um die Preisstabilität zu gewährleisten und die Wirtschaftsentwicklung zu unterstützen.
Die SNB begründete ihre Entscheidung, den Leitzins unverändert zu belassen, insbesondere mit der aktuellen Inflationssituation. Seit der letzten Lagebeurteilung im Juni 2026 ist die Inflation weiter angestiegen. Der Anstieg spiegelt vor allem die höheren Energiepreise wider. Trotz dieser Entwicklung ist die Inflation in der Schweiz mit 0,8% im internationalen Vergleich relativ tief. Die neue bedingte Inflationsprognose der SNB zeigt weiter auf, dass der mittelfristige Inflationsdruck gegenüber Juni 2026 nur leicht von 0,6% im Mai auf neu 0,8% im August zugenommen hat. Die Zunahme war auf eine Erhöhung der Teuerung von Waren zurückzuführen, die im August erstmals seit Mai 2024 wieder im positiven Bereich lagen. Die höheren Preise für Erdölprodukte haben vor allem zum Anstieg der Warenteuerung beigetragen. Die SNB geht in ihren Prognosen davon aus, dass die Inflation im vierten Quartal weiter leicht ansteigt, bevor sie im Verlauf des Jahres 2027 sich wieder reduzieren wird. Dieser Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die aktuell deutlich erhöhten Energiepreise in den kommenden Quartalen wieder sinken dürften. Danach steigt die Inflationsprognose der SNB wieder leicht an.
Im Vergleich zur letzten Lagebeurteilung liegt die Prognose der SNB, bedingt durch die höher als erwarteten Preise auf Erdölprodukten, in der kürzeren Frist wieder höher. Auch die mittelfristige Inflationsprognose liegt leicht höher als im letzten Quartal, was sich unter anderem in der Abschwächung des Schweizer Franken widerspiegelt.
Die bedingte Inflationsprognose der SNB sieht durchschnittliche Raten von 0,7% für 2026 bzw. für 2027 und 2028 je 0,8% vor. Diese Prognosen basieren auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins bei 0% bleibt. Auch wenn sich in der mittleren Frist die Prognosen leicht erhöht haben, befindet sich die Inflation über den gesamten Prognosezeitraum weiterhin im Bereich der Preisstabilität, den die SNB mit einer Inflationsrate zwischen 0% und 2% gleichsetzt, was die Entscheidung für eine unveränderte Zinspolitik begründet.
Die SNB hält fest, dass die Wirtschaftsentwicklung und damit das Bruttoinlandprodukt (BIP) in der Schweiz im zweiten Quartal ausserordentlich stark wuchs. Die ungewöhnlich starke Entwicklung in der chemischen-pharmazeutischen Industrie überflügelt die zugrundeliegende Wachstumsdynamik. Selbst ohne diesen Effekt war das BIP Wachstum solide und breit abgestützt.
Gemäss SNB zeigen die aktuellen Indikatoren wie z.B. die Informationen aus Gesprächen mit Unternehmen, dass sich die positive Entwicklung im dritten Quartal fortgesetzt hat. Gleichzeitig blieb die Auslastung insbesondere in der Industrie unterdurchschnittlich, während die Arbeitslosigkeit bis in den Frühsommer nochmals etwas anstieg.
Die SNB erwartet für die nächsten Quartale ein moderates Wachstum, dieses wird einerseits durch die Geldpolitik und andererseits durch Wachstumsimpulse aus dem Ausland gestützt. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die SNB aktuell mit einem Wachstum zwischen 1.5% und 2%. Diese im Vergleich zur letzten Lagebeurteilung höhere Prognose spiegelt vor allem revidierte BIP-Daten für das Jahr 2025 und das überraschend starke Wachstum im zweiten Quartal 2026 wider. Für 2027 erwartet Sie unverändert ein Wachstum von rund 1,5%. Das Hauptrisiko für die Wirtschaftsaussichten in der Schweiz sieht die SNB weiterhin in der Entwicklung der Weltwirtschaft. Insbesondere könnte sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen und die Weltwirtschaft stärker bremsen. Auch bleiben nach Einschätzung der SNB die Wechselkursentwicklung sowie das handelspolitische Umfeld Unsicherheitsfaktoren.
Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich trotz geopolitischer Unsicherheiten robust, während steigende Energiepreise die Inflation in den kommenden Monaten weiter antreiben dürften.
Die SNB sitzt im Vergleich zu anderen Zentralbanken in einer komfortablen Position, denn die Inflation befindet sich auf moderatem Niveau. Das Investment Office der LUKB geht jedoch davon aus, dass die Inflation in den nächsten Monaten weiter steigen wird. Kurzfristig sind es vor allem die höheren Energiepreise, die aufgrund des anhaltenden Konflikts am Persischen Golf für Aufwärtsschub sorgen. Gleichzeitig wächst die Schweizer Wirtschaft deutlich kräftiger als bislang erwartet - und das trotz aller geopolitischen Widrigkeiten. Zudem ist sie breit abgestützt, denn sowohl der Konsum als auch die Investitionen tragen positiv zum Wachstum bei. Sie dürften die Wirtschaft auch in den nächsten Quartalen stützen. Die Gefahr von Zweitrundeneffekten wie eine Lohn-Preis-Spirale ist zwar gering. Doch je länger sich die Inflation auf erhöhtem Niveau befindet, desto höher sind die Risiken von Zweitrundeneffekten. Vor diesem Hintergrund hält es die LUKB für wahrscheinlich, dass die Schweizer Währungshüter den Leitzins im Jahr 2027 auf 0.50% anheben werden. An der Sitzung im Dezember dürfte sie den Leitzins noch bei 0% belassen. Eine erste Zinsanhebung erwartet unser Investment Office für 2027.
Vorweg: Eine genaue Vorhersage der Hypothekarzinsen ist schwierig. Zu viele wirtschaftliche und politische Faktoren beeinflussen die Entwicklung.
Auf die nächsten 12 Monate prognostiziert das Investment Office der LUKB Zinssätzen nahe der aktuellen Niveaus. Für den Swap 10 Jahre von aktuell (24. September 2026) 0,88% geht die LUKB von einem kurzfristig, das heisst auf 3 Monate, leicht tieferem Niveau von 0,80% aus. In 12 Monaten liegt die Prognose der LUKB bei 0,85%. An den Finanzmärkten wird dagegen teilweise sogar mit einem aggressiveren Zinsanhebungskurs der SNB gerechnet, der bereits zu einem kräftigeren Anstieg des 10-jährigen Swapsatzes führte. Die LUKB erwartet trotzdem, dass sich bei den Festhypotheken mit mittleren- bis längerfristigen Laufzeiten die Zinssätze auf dem derzeitigen Niveau bewegen werden.
Der Zinssatz der SARON-Hypothek setzt sich aus dem aufgezinsten SARON und einer individuell fix vereinbarten Marge zusammen. Folglich fiel der Zinssatz der SARON-Hypothek im Nachgang an die Zinssatzsenkung der SNB vom 19. Juni 2025, in der die SNB den Leitzins auf 0% gesenkt hat. Das Investment Office der LUKB erwartet, dass die SNB ihren Leitzins an den nächsten Sitzungen der SNB bei 0% belassen wird. Im Verlauf von 2027 rechnet es mit einer schrittweisen Anhebung des Leitzinses auf neu 0,50%. Im Einklang dazu geht die LUKB im Verlauf von 2027 von einem Anstieg der Zinssätze für SARON-Hypothek um 0,50% aus.
Vergleichen Sie die Entwicklung der Zinssätze für Eigenheimfinanzierungen über die letzten 20 Jahre.
Wer die nächsten Jahre mit einem fixen Zinssatz rechnet und genau budgetieren möchte, dann ist der Abschluss einer Forward-Festhypothek von Vorteil. Denn aktuelle Zinssätze können durch eine Forward-Hypothek gesichert und bereits mehrere Monate im Voraus fixiert werden; auch bei Ablauf einer bestehenden Hypothek. Für die vorzeitige Zinssicherung ist ein Aufschlag (Forward-Prämie) zu bezahlen.
Der Hypothekarzins ist ein wesentlicher Faktor bei der Immobilienfinanzierung. Änderungen der Zinssätze können grosse Auswirkungen haben: Steigende Zinsen bedeuten, dass die Finanzierung teurer wird.
Michaela Kunz-Galliker, Kundenberaterin, Geschäftsstelle Hochdorf, gibt wertvolle Ratschläge, wie Sie sich auf ein steigendes Zinsumfeld vorbereiten können.