Eine Einschätzung zur aktuellen Entwicklung der Hypothekarzinsen mit Hintergrundinformationen, Tipps und einer Zinsprognose für die kommenden Monate.
Wir blicken auf die vergangene Entwicklung von Leitzins und Hypothekarzinsen zurück und wagen gleichzeitig einen Blick in die Zukunft.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am 18. Juni 2026 den Leitzins unverändert bei 0% belassen.
Der SNB-Leitzins bleibt somit weiterhin auf dem seit dem 19. Juni 2025 geltenden Niveau von 0%. Die SNB hält damit an ihrem Kurs fest, um die Preisstabilität zu gewährleisten und die Wirtschaftsentwicklung zu unterstützen.
Die SNB begründete ihre Entscheidung, den Leitzins unverändert zu belassen, insbesondere mit der aktuellen Inflationssituation. Seit der letzten Lagebeurteilung im März 2026 stieg die Inflation leicht an, von 0,1% im Februar auf 0,6% im Mai. Dieser Anstieg steht hauptsächlich im Zusammenhang mit gestiegenen Preisen für Erdölprodukte. Andere Warengruppen und Dienstleistungen trugen dagegen kaum zur Erhöhung der Teuerung bei. Kurzfristig erwartet die SNB eine leichte Zunahme der Inflation, bevor sie sich im ersten Semester 2027 wieder etwas reduzieren dürfte. Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise mit der Zeit nachlassen dürften. Die Entwicklung im Nahen Osten beeinflusst dabei die Energiepreise massgeblich.
Dennoch befindet sich die Inflation über den gesamten Prognosezeitraum weiterhin im Bereich der Preisstabilität. Die bedingte Inflationsprognose der SNB sieht durchschnittliche Raten von 0,6% für 2026 und 2027 sowie 0,7% für 2028 vor. Diese Prognosen basieren auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins bei 0% bleibt. Auch wenn sich in der kürzeren Frist die Prognosen leicht erhöht haben, verbleibt in der mittleren Frist der Inflationsdruck laut SNB gegenüber der letzten Lagebeurteilung so gut wie unverändert, was die Entscheidung für eine unveränderte Zinspolitik begründet.
Die SNB hält fest, dass sich die Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz trotz des Konflikts im Nahen Osten als widerstandsfähig erweist. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) wuchs im ersten Quartal solide. Gestützt wurde das Wirtschaftswachstum durch die verarbeitende Industrie, aber auch Dienstleistungen und der Bau trugen ihren Anteil dazu bei. Aktuelle Indikatoren wie z.B. die Informationen aus unseren Gesprächen mit Unternehmen in den letzten Wochen deuten, gemäss SNB, ebenfalls auf eine solide Wirtschaftsdynamik hin. Trotz dieser insgesamt positiven Entwicklung stieg die Arbeitslosigkeit seit der letzten Lagebeurteilung etwas an.
Die SNB geht davon aus, dass in den kommenden Quartalen die moderatere Entwicklung der Weltwirtschaft das Wachstum in der Schweiz dämpfen dürfte, während ihre Geldpolitik stützend wirkt. Mittelfristig liefert die erwartete Verbesserung der internationalen Konjunktur einen Wachstumsimpuls. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die SNB aktuell mit einem Wachstum von rund 1%. Für 2027 erwartet Sie rund 1,5%. Das Hauptrisiko für die Wirtschaftsaussichten in der Schweiz sieht die SNB in der Entwicklung der Weltwirtschaft. Insbesondere sollte sich die Lage im Nahen Osten erneut zuspitzen und die globale Wirtschaftsaktivität stärker bremsen. Auch könnte nach Einschätzung der SNB der Aufwertungsdruck auf den Franken wieder zunehmen. Darüber hinaus stellt die US-Handelspolitik weiterhin ein Unsicherheitsfaktor dar.
Im 2. Quartal ist die Wirtschaft stark gewachsen. Wachstumsmotor war die Industrie, aber auch der Dienstleistungssektor, gestützt durch eine solide Inlandsnachfrage, hat positiv zum Aufschwung beigetragen.
Als wichtigen Wachstumsmotor für die nächsten Quartale sieht das Investment Office der LUKB den Konsum sowie Investitionen. Hingegen könnten die Exporte weiterhin unter der schwachen globalen Nachfrage leiden. Für das Jahr 2026 prognostiziert unser Investment Office ein Wirtschaftswachstum von 2,1%. Im Jahr 2027 dürfte das Wirtschaftswachstum dann bei ca. 1,8% liegen. Trotz höherer Energiepreise bleibt die Inflation aktuell niedrig. Wir erwarten, dass sie bis Ende 2027 auf rund 1% steigen wird.
Vorweg: Eine genaue Vorhersage der Hypothekarzinsen ist schwierig. Zu viele wirtschaftliche und politische Faktoren beeinflussen die Entwicklung. Die LUKB erwartet, dass die SWAP-Sätze, welche die Zinserwartungen der Festhypotheken reflektieren, kurzfristig nahe dem aktuellen Niveau bleiben werden.
Auf die nächsten 12 Monate prognostiziert das Investment Office der LUKB einen moderaten Zinsanstieg. Für den Swap 10 Jahre von aktuell (19. August 2026) 0,68% geht die LUKB weiterhin von einem kurzfristig, das heisst auf 3 Monate, unveränderten Niveau von 0,65% aus. In 12 Monaten liegt die Prognose unverändert leicht höher bei 0,80%. Daraus ergibt sich, dass bei den Festhypotheken mittel- bis längerfristig leicht höhere Zinssätze zu erwarten sind.
Der Zinssatz der SARON-Hypothek setzt sich aus dem aufgezinsten SARON und einer individuell fix vereinbarten Marge zusammen. Folglich fiel der Zinssatz der SARON-Hypothek im Nachgang an die Zinssatzsenkung der SNB vom 19. Juni 2025, in der die SNB den Leitzins auf 0% gesenkt hat. Das Investment Office der LUKB erwartet, dass die SNB ihren Leitzins an den nächsten Sitzungen der SNB bei 0% belassen wird. Im Verlauf von 2027 erwartet es eine Anhebung des Leitzinses auf 0,25%. Im Einklang dazu geht die LUKB im Verlauf von 2027 von einem Anstieg der Zinssätze für SARON-Hypotheken um 0,25% aus.
Vergleichen Sie die Entwicklung der Zinssätze für Eigenheimfinanzierungen über die letzten 20 Jahre.
Wer die nächsten Jahre mit einem fixen Zinssatz rechnet und genau budgetieren möchte, dann ist der Abschluss einer Forward-Festhypothek von Vorteil. Denn aktuelle Zinssätze können durch eine Forward-Hypothek gesichert und bereits mehrere Monate im Voraus fixiert werden; auch bei Ablauf einer bestehenden Hypothek. Für die vorzeitige Zinssicherung ist ein Aufschlag (Forward-Prämie) zu bezahlen.
Der Hypothekarzins ist ein wesentlicher Faktor bei der Immobilienfinanzierung. Änderungen der Zinssätze können grosse Auswirkungen haben: Steigende Zinsen bedeuten, dass die Finanzierung teurer wird.
Michaela Kunz-Galliker, Kundenberaterin, Geschäftsstelle Hochdorf, gibt wertvolle Ratschläge, wie Sie sich auf ein steigendes Zinsumfeld vorbereiten können.