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Fenster ersetzen: Das müssen Sie wissen

Nicht nur Wände und Dach sind für die Energiebilanz eines Gebäudes entscheidend – auch Fenster

Erfahren Sie, worauf beim Ersetzen eines Fensters zu achten ist.

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Neben Wänden und Dach haben auch Fenster einen grossen Einfluss auf das Raumklima und den Energieverbrauch eines Hauses. Durch alte und undichte Fenster entweicht viel Heizwärme – rund 13 Prozent macht der Verlust in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus aus. Gute Fenster helfen, die Gebäudehülle zu dämmen. Insgesamt lässt sich der Heizbedarf etwa um die Hälfte reduzieren und die Energiekosten sinken massiv. Doch wie entscheidet man sich für die richtigen Fenster?

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1. Ausgangslage: Soll ich die alten Fenster ersetzen?

Fenster haben eine Lebensdauer von 25 bis 40 Jahren. Aber selbst wenn alte Fenster noch funktionieren, kann sich ein Ersatz lohnen. Es empfiehlt sich, die Fenster gleichzeitig mit der Fassade oder der Dachfläche zu erneuern. Unter Umständen kann es sich auch lohnen, lediglich die Fenster zu ersetzen. 

Auch Lärm- oder Sicherheitsaspekte können eine Rolle spielen: Gute Fenster schützen nicht nur besser vor Hitze und Kälte, sondern bieten auch einen stärkeren  Schall- und Brandschutz und erhöhen die Sicherheit vor Einbrechern.

Wichtig ist, dass Sie für die energetische Sanierung ihres Hauses eine Gesamtstrategie skizzieren. Bei Fragen hilft etwa ein professioneller Energiecoach, die Umweltberatung Luzern oder private Fachleute aus der Energiebranche.

2. Auswahl: Welches ist das richtige Fenster?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt von den finanziellen Möglichkeiten, den Ansprüchen sowie der Grösse und Lage des Hauses ab. Gute Fenster gibt es in allen Grössen, Formen und Farben – es gibt Rahmen aus Holz, Kunststoff, Aluminium oder Kombinationen davon. 

Ähnlich wie bei Elektrogeräten zeigt eine Energieetikette mit Werten von A (sehr gut) bis G (Sanierungsbedarf) wie effizient die Fenster sind. Die Wärmedämmung wird mit dem sogenannten Uw-Wert berechnet: Je kleiner dieser ist, desto geringer der Wärmeverlust. 
Bei Fenstern der besten Energieeffizienzklasse A sind die Wärmegewinne durch Sonneneinstrahlung über die ganze Heizperiode betrachtet sogar grösser als die Energieverluste.

Folgende Aspekte sollten Sie bei der Wahl der Fenster beachten:

  • Material: Die Qualität der Verglasung und des Rahmens sind entscheidend für einen geringen Wärmeverlust. Die Faustregel: Je grösser das Fenster, desto entscheidender ein gut isolierendes Glas. Moderne Wärmeschutzverglasungen wiegen allerdings auch deutlich mehr.
  • Energiesparpotenzial: Fenster mit einem kleineren Rahmenanteil sind energetisch besser, weil das Glas besser dämmt als der Rahmen – zudem dringt mehr Licht in die Wohnung. Auch die Abstandhalter zwischen den Gläsern sind oft eine thermische Schwachstelle.
  • Beschattung: Bei grossen Fenstern an Südlage sollten Sie auf eine gute äussere Beschattung achten, damit sich der Innenraum weniger stark erhitzt.
  • Öffnungsmechanismen: Auch wenn Sie eine Komfortlüftung haben, sollten sich die Fenster öffnen lassen – so können Sie im Sommer die Kühle der Nacht besser nutzen.
  • Lärm: Wenn Sie etwa unter Strassenlärm leiden, wählen Sie Fenster mit stärkerem Schallschutz.
  • Einbruchschutz: Gerade im Erdgeschoss oder in Ladenlokalen lohnt es sich, die Sicherheit durch einen Einbruchschutz zu erhöhen.
  • Luftaustausch: Neue und dichte Fenster vermindern die Luftzirkulation deutlich, die Gefahr von Schimmel nimmt zu. Richtiges Lüften ist für ein gutes Raumklima entscheidend.
     

3. Vorgehen und Kosten

Die Kosten hängen von Material und Aufwand ab. Einfache Fenster mit Standardglas kosten rund 900 Franken pro Quadratmeter, Minergiefenster der Topklasse bis zu 1'350 Franken. Beim Rahmen sind Holz-Alu-Fenster am teuersten – Kunststoff liegt im unteren Preissegment. Eine pauschale Kostenangabe für ein Haus ist schwierig, weil Fenster oft individuell angefertigt werden müssen und die Kosten für den Einbau stark variieren.

Langfristig zahlt sich die Investition nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell aus, weil die Heizkosten sinken. Zudem treiben verschiedene Förderprogramme von Bund und Kantonen die Energiewende voran. Aber Achtung: Als Einzelmassnahme werden Fenster nicht speziell gefördert, sondern nur im Zuge einer Gesamtsanierung. Allerdings beteiligt sich der Kanton bei übermässiger Strassenlärmbelastung am Einbau von Schallschutzfenstern.

Für eine Wärmedämmung der Fassade gibt’s vom Kanton Luzern derzeit 40 Franken pro Quadratmeter – wobei die Mindestfläche 75 Quadratmeter betragen muss. Der Mindestbetrag liegt bei 3'000 Franken, das Maximum bei 100'000 Franken pro Objekt. Die Förderbeiträge für 2020 sind bereits ausgeschöpft, Gesuche können ab 2021 wieder eingereicht werden.

Mit der neuen Energiespar-Hypothek engagiert sich auch die LUKB: Sie bietet eine Zinsvergünstigung für energieeffiziente Neu- oder Umbauten – so auch für den Ersatz von Fenstern. Das Produkt steht Privaten und Firmen zur Verfügung.

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