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Testament verfassen

Den Nachlass frühzeitig regeln und entspannt in die Zukunft blicken

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Podcast zum Thema Testament verfassen

Eine vorausschauende Nachlassplanung sorgt dafür, dass Ihr Vermögen Ihren Wünschen entsprechend weitergegeben wird. Ob Testament oder Erbvertrag: bei beiden Verfügungsformen müssen bestimmte Formvorschriften eingehalten werden. Marco Trüssel, Experte für Erbrecht und Willensvollstreckung, erklärt im Gespräch mit Corinne Waldmeier, wie Sie dabei vorgehen müssen.

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Silvia und Werner Berger haben zusammen mit der LUKB ihren Nachlass so geregelt, dass alles ihren anspruchsvollen Wünschen entspricht. 

Vor einigen Jahren nahmen Silvia und Werner Berger an einer Veranstaltung der LUKB zum Thema Pensionierung teil. Darauf liess das Ehepaar bei der LUKB eine persönliche Pensionierungsberatung vornehmen – eine Standortbestimmung, inklusive Finanz- und Massnahmenplan, der von steuerlichen Aspekten bis zur Nachlassplanung alles umfasste. 

Ihre Mutter unterzeichnete einen Erbverzichtsvertrag. Gleichzeitig hielt Silvia Berger im Testament gültig fest, dass für ihre Mutter im Bedarfsfall jederzeit umfassend gesorgt wird. 

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Wir möchten mit unseren erarbeiteten Vermögenswerten etwas bewegen können.

Silvia und Werner Berger

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Manche mögen einwenden, dass es doch keine Rolle spiele, was mit dem eigenen Nachlass dereinst passiert. Bergers vertreten hier eine entschieden andere Haltung. Überliessen sie die Verteilung des Nachlasses dem Erbrecht, würden manche begünstigt, die es eigentlich gar nicht nötig hätten. Andere, die eine Zuwendung tatsächlich brauchen könnten, gingen leer aus. 

Was beiden am Herzen liegt, ist die Jugend: Nicht zuletzt auf seinen zahlreichen Reisen hat das Paar beobachtet, wie wichtig eine gute Ausbildung für die Entwicklung des Individuums ist – und für die Stabilität einer ganzen Gesellschaft. Deshalb werden sie ausgewählte Institutionen unterstützen. Silvia Berger will aber auch Menschen begünstigen, die ihr über eine lange Zeit sehr nahe gestanden sind.

Die Bergers empfanden die Gespräche als sehr inspirierend. Ausserdem sorgten diese immer wieder für neuen, anregenden Diskussionsstoff – und zwar im positiven Sinn, wie beide betonen. Schliesslich hätten diese Gespräche dazu geführt, dass sie ihren Nachlass nun genau so geregelt haben, wie es für sie stimmt – ein beruhigendes Gefühl. 

Und wenn zu einem späteren Zeitpunkt allenfalls neue Aspekte in den Vordergrund treten? «Dann passen wir das Testament einfach an – so einfach ist das,» sagt Silvia Berger 

Schon plant das Paar die nächste Reise in einen anderen Teil der Welt. Es fühlt sich gut an, alles Wichtige geregelt zu haben.

 

Wichtige Hinweise für die Testamentserstellung


Formvorschriften
Das eigenhändige Testament muss von Anfang bis zum Ende persönlich und handschriftlich verfasst werden. Weiter muss das Testament mit dem Datum versehen und am Ende des Textes eigenhändig unterzeichnet werden. Inhaltlich gibt es keine Vorschriften. Das Testament sollte aber für Drittpersonen verständlich, klar und logisch formuliert sein.

Urteilsfähigkeitsbescheinigung
Je nach persönlicher Situation ist es sinnvoll, dem Testament eine ärztliche Urteilsfähigkeitsbescheinigung beizulegen. Dadurch kann verhindert werden, dass das Testament beispielsweise aufgrund einer beginnenden Demenzerkrankung als ungültig erklärt wird.

Öffentliches Testament
Als Alternative zum handschriftlichen Testament kann ein öffentliches Testament von einer Urkundsperson unter Mitwirkung von zwei unabhängigen Zeugen beurkundet werden. Eine Beurkundung ist immer mit Kosten verbunden.

Anfechtbarkeit
Falls die gesetzlichen Anforderungen (beispielsweise Pflichtteile) nicht eingehalten oder unklare Formulierungen gewählt wurden, kann das Testament innert Jahresfrist ab Kenntnisnahme vor Gericht angefochten werden. 

Willensvollstreckung
Bei absehbaren Streitigkeiten oder komplizierten Familienverhältnissen empfiehlt sich, im Testament einen Willensvollstrecker einzusetzen. Die Aufgabe des Willensvollstreckers besteht hauptsächlich darin, den Willen des Erblassers gemäss Verfügung von Todes wegen durchzusetzen. Er sorgt für eine effiziente Erbteilung, verwaltet die Erbschaft, bezahlt die Schulden des Erblassers, richtet die Vermächtnisse aus und vermittelt, wenn unter den Erben Uneinigkeit herrscht. Mit Vorteil wählen Sie für diese Aufgabe eine erfahrene Drittperson oder Firma, der Sie vertrauen und die von Ihren Erben akzeptiert wird.

Aufbewahrung
Das Original des Testaments kann gegen eine Gebühr bei der zuständigen Amtsstelle des Kantons deponiert werden. Diese Hinterlegung ist freiwillig, stellt aber sicher, dass das Testament nach dem Tod sofort zum Vorschein kommt und vor unberechtigtem Zugriff geschützt ist. Als Alternative ist die Aufbewahrung an einem sicheren Ort (beispielsweise Tresor oder Schrankfach) empfehlenswert.

 

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