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Die LUKB-Experten blicken auf ein aktuelles Thema und ordnen es für Sie ein.
Nachdem der Start in das Anlagejahr 2026 für die meisten Anlageklassen positiv verlaufen war, kam es nach dem Ausbruch des Kriegs im Iran zu grösseren Marktverwerfungen. Die faktische Schliessung der Strasse von Hormus sowie iranische Angriffe auf Ölraffinerien und Flüssiggasanlagen in den benachbarten Golfstaaten führten zu einem starken Anstieg der Energiepreise. So verteuerte sich das Öl der Sorte Brent seit Kriegsausbruch auf über 100 US-Dollar pro Fass. In der Folge stiegen die (kurzfristigen) Inflationserwartungen. Zinssenkungen durch die Nationalbanken wurden unwahrscheinlicher und setzten die Aktien- und Anleihenmärkte unter Druck.
Besonders betroffen waren Aktienmärkte, die stark von Energieimporten aus den Golfstaaten abhängig sind. So büssten die Aktienmärkte der Schwellenländer (v.a. in Asien), Japans sowie Europas seit Kriegsbeginn rund 10% an Wert ein. Der Schweizer Aktienindex verlor im März rund 7.5% und schloss das 1. Quartal dadurch mit einem Minus von rund 2% ab. Auch Edelmetalle, die historisch als sicherer Hafen während Krisenzeiten galten, verzeichneten im März einen Abverkauf. Gold und Silber legten zu Jahresbeginn eine eindrückliche Rally hin, die Ende Januar ihren Höchststand erreichte (Gold notierte zeitweise bei 5'500 US-Dollar pro Unze, Silber bei 120 US-Dollar). Im März verloren die Edelmetalle jedoch deutlich an Wert (Gold -12 %, Silber -20% seit Kriegsausbruch), liegen damit seit Jahresstart immer noch 8% bzw. 5% im Plus. Seit Kriegsausbruch schwächte sich der Franken ab, insbesondere zum US-Dollar (-4% im März).
Für die kommenden Wochen bleibt die Entwicklung der geopolitischen Lage im Nahen Osten zentral. Die Unsicherheit ist vorerst erhöht, und der weitere Verlauf des Irankriegs lässt sich nur schwer prognostizieren. Gerade in diesen unsicheren Zeiten kommt einer durchdachten Diversifikation in Anlageportfolios eine hohe Bedeutung zu. In unseren Portfolios sind wir aktuell leicht defensiv positioniert. Weitere Infos finden Sie in der Anlagepolitik.
Ein Blick auf die Entwicklung der Finanzmärkte im 1. Quartal 2026 zeigt ein gemischtes Bild. Seit Jahresbeginn legte der Ölpreis (+97%) deutlich zu. Der Goldpreis (+8%) liegt ebenfalls im Plus. Der Aktien-Weltindex sowie Schweizer Aktien liegen hingegen im 1. Quartal 2 % im Minus. Deutlicher im Minus waren Aktien der Eurozone (-4%). Der Franken konnte zum Euro zulegen, schwächte sich aber im Ver-gleich zum US-Dollar um rund 1% ab.
Marc Häfliger, Investment Stratege, 4. April 2026