Finanzthema der Woche

Die LUKB-Experten blicken auf ein aktuelles Thema und ordnen es für Sie ein.

Wenige Aktien tragen einen ganzen Index

Breiter Markt, schmale Basis

Der S&P 500 zählt zu den wichtigsten Aktienindizes der USA und bildet die Kursentwicklung der 500 grössten börsenkotierten Unternehmen des Landes ab. Der Index gewichtet jedes Unternehmen proportional zu seinem Börsenwert, d.h. je höher ein Unternehmen an der Börse bewertet wird, desto grösser ist sein Index-Gewicht. Allerdings fliessen nur frei handelbare Aktien in die Berechnung mit ein (sog. Streubesitz). In den letzten Jahren war der Erfolg eines S&P 500-Investments zunehmend an wenige Titel gekoppelt. Die zehn grössten Titel im S&P 500 - darunter Nvidia, Apple und Microsoft - machen mittlerweile fast 40% der gesamten Index-Gewichtung aus. Damit liegt die Konzentration deutlich über dem Niveau der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Noch 2015 lag dieser Anteil bei knapp 18%.

Ähnliches Muster in der Schweiz

Ein ähnliches Muster zeigt sich am heimischen Markt. Der Swiss Performance Index (SPI) umfasst rund 200 Titel und bildet nahezu alle an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen ab. Trotzdem entfällt rund 36% der gesamten Indexgewichtung auf nur drei Konzerne: Novartis, Roche und Nestlé. Die zehn grössten Unternehmen im SPI machen sogar zwei Drittel des Index aus - der Schweizer Aktienmarkt ist damit noch konzentrierter als der amerikanische. Anders als in den USA sind es hierzulande aber nicht Technologieunternehmen, sondern Nahrungsmittel- und Pharmariesen, die den Markt dominieren.

Kehrseite der Titel-Konzentration

Diese Entwicklung ist nicht per se negativ, zeigt aber eine Kehrseite der Rallye: Die jüngsten Rekordstände beruhen zu einem grossen Teil auf dem Erfolg weniger Unternehmen. Gerät eine dieser Aktien unter Druck, wirkt sich das überproportional auf den gesamten Index aus. Dies ist besonders für passive Anlagen wie Indexfonds oder ETFs relevant, die typischerweise die Index-Gewichtungen übernehmen. Die Indexanbieter reagieren jedoch bereits darauf: So hat die SIX kürzlich den SMI Equal Weight neu lanciert, der das Gewicht einzelner Titel bewusst begrenzt. Generell gilt: Wer Klumpenrisiken im eigenen Portfolio reduzieren will, kann gezielt breiter streuen, etwa über zusätzliche Regionen und Anlageklassen.

Gewichtung der zehn grössten Titel im S&P 500 über die Zeit

Die Grafik zeigt die zeitliche Veränderung der Gewichtung der zehn grössten Unternehmen im S&P 500 seit 1996. Am Höhepunkt der Dotcom-Blase im Jahr 2000 lag die Gewichtung bei rund 26%, bis 2015 sank sie auf knapp 18%. Seither stieg der Anteil wieder steil an und erreichte Ende 2025 mit rund 40% einen Rekordwert. Zuletzt ging die Konzentration wieder etwas zurück, bleibt aber historisch gesehen auf erhöhtem Niveau.

Aaron Jakober, Investment Office, 11. Juli 2026

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v. l. n. r. Björn Eberhardt (Leiter Investment Office), Brian Mandt (Chefökonom), Marc Häfliger (Anlagestratege), Reto Lötscher (Leiter Finanzanalyse)

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