Finanzthema der Woche

Die LUKB-Experten blicken auf ein aktuelles Thema und ordnen es für Sie ein.

Was bewegt die Märkte im letzten Quartal?

Volatiles 3. Quartal

Nach einer Stabilisierung in den letzten Wochen ist die Bilanz an den Aktienmärkten nach einem volatilen Quartal durchzogen. So kam es zwischenzeitlich aufgrund erneuter geopolitischer Spannungen im Nahen Osten zu deutlichen Kursschwankungen. Die meisten Börsen schlossen die Berichtsperiode dennoch positiv ab. Der Schweizer Markt war die Ausnahme und verzeichnete im vergangenen Quartal Verluste, konnte aber den Grossteil seiner Gewinne aus dem ersten Halbjahr verteidigen. Grund für die Schwäche des Heimmarktes waren vor allem unternehmensspezifische Rückschläge bei Schwergewichten. 

Zwischen Zinsanstieg und robustem Wachstum

Auch der hohe Ölpreis und seine Auswirkungen blieben im 3. Quartal wichtige Themen. Aufgrund der anhaltenden Inflationsrisiken sahen sich mehrere Zentralbanken zu Zinsanhebungen genötigt – zuletzt auch die US-Notenbank Fed, auch gegen den ausdrücklichen Willen von US-Präsident Donald Trump. Der erneute Ölpreisanstieg, die Aussicht auf mögliche weitere Leitzinserhöhungen sowie die in vielen Ländern angespannten Staatsfinanzen liessen die Renditen von Staatsanleihen deutlich steigen. In den USA z.B. stieg die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von 4.4% zu Quartalsbeginn bis auf 5.3% zum Quartalsende. Erstaunlicherweise steckten die Aktienmärkte diesen Zinsanstieg gut weg, da er vor dem Hintergrund immer noch robusten Wachstums und damit intakter Gewinnaussichten der Unternehmen ablief. Wie sich die globalen Märkte weiter entwickeln werden, hängt nun auch davon ab, welche Signale die Unternehmen in der kommenden Berichtssaison abgeben werden. Zumindest in dieser Woche vermeldete der Hableiterhersteller Micron Technology gute Zahlen, die auf eine anhaltend hohe Nachfrage aus dem KI-Bereich hindeuten. 

US-Zwischenwahlen und Berichtssaison als Markttreiber

Ferner werfen die Anfang November anstehenden US-Zwischenwahlen bereits ihren Schatten voraus. Grundsätzlich sollten die Auswirkungen selbst eines Machtverlusts der Republikaner im Kongress für die Aktienmärkte überschaubar sein. Im Zusammenspiel mit den anhaltenden geopolitischen Spannungen, den Quartalsberichten der Firmen sowie der Möglichkeit weiterer Leitzinserhöhungen könnten den Finanzmärkten im Oktober aber einige unruhige Wochen bevorstehen.  

Ausgewählte Vermögenswerte im Q3/2026

Das 3. Quartal war vom erneuten Ölpreisanstieg und damit einhergehend wieder anziehenden Renditen von Staatsanleihen geprägt. Entsprechend verbuchten die Obligationenmärkte Verluste. Dennoch konnten die Aktienmärkte und auch der Goldpreis Kursgewinne vorweisen. Enttäuschend war dagegen die Entwicklung des Schweizer Aktienmarktes, der gegen den globalen Trend das Quartal mit einem Minus abschloss. 

Roberto Brogna, Investment Office, 3. Oktober 2026

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v. l. n. r. Björn Eberhardt (Leiter Investment Office), Brian Mandt (Chefökonom), Marc Häfliger (Anlagestratege), Reto Lötscher (Leiter Finanzanalyse)

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