Finanzthema der Woche

Die LUKB-Experten blicken auf ein aktuelles Thema und ordnen es für Sie ein.

Starkes Fundament, unsichere Aussichten

Am Montag ist B(IP)-Day

Montag wissen wir mehr: Dann veröffentlicht das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) die Zahlen zur Wirtschaftsleistung (BIP) für die Schweiz im 1. Quartal sowie die Details dazu, aus welchen Komponenten sich das Wachstum zusammengesetzt hat. Dass die gesamtwirtschaftliche Leistung gewachsen ist, wissen wir schon. Denn am 18. Mai publizierte das SECO seine Schnellschätzung. Demzufolge wuchs das um Sportveranstaltungen, saisonale Effekte und Preisänderungen bereinigte BIP um 0.5% gegenüber dem Vorquartal, nach 0.2 % im 4. Quartal. 

Das Fundament ist stark

Die Schweizer Wirtschaft startete also positiv ins Jahr. Noch dazu dürfte es sich um ein breites Wachstumsfundament gehandelt haben. Sowohl die Industrie als auch der Dienstleistungssektor sollten positiv zum BIP beigetragen haben. Auch die privaten Konsumausgaben, die Investitionen und Exporte dürften gestiegen sein. Das zeigen die schon veröffentlichten Konjunkturdaten. Positive Effekte gingen auch von den Olympischen Winterspielen in Italien aus. Da das Olympische Komitee seinen Sitz in der Schweiz hat, werden die Umsätze der Sportveranstaltung hier verbucht. Inklusive der Sportevents erwarten wir daher, dass das BIP um 0.7% gegenüber dem Vorquartal gewachsen ist.

Wie geht es weiter?

Die Konjunkturaussichten sind jedoch unsicher. Da die Strasse von Hormus seit März blockiert ist, beeinträchtigt dies die globale Energieversorgung – und hat auch wirtschaftliche Folgen für die Schweiz. Positiv ist, dass die Schweiz energieeffizienter ist als andere Länder. So kann sie Preisschocks bei Energie im internationalen Vergleich besser abfedern. Die heimische Wirtschaft dürfte jedoch in den nächsten Quartalen an Schwung verlieren – vor allem, weil die globale Nachfrage nach Schweizer Gütern und Dienstleistungen schwächelt. Wir erwarten daher, dass sich das BIP-Wachstum von 1.3% im letzten Jahr auf 1.1% in diesem Jahr verlangsamen wird. Trotz eines erfolgreichen Jahresstarts könnten globale Unsicherheiten das Wachstum in den kommenden Quartalen bremsen.

Bruttoinlandsprodukt Schweiz, preis- und saisonbereinigt

Die Schweiz trotzte in den letzten Quartalen allen geopolitischen Widrigkeiten. Sie profitierte dabei von einer positiven Inlandsnachfrage. Doch der Gegenwind hat mit dem Irankrieg und der Blockade der Strasse von Hormus zugenommen. Die Abwärtsrisiken für die Konjunktur steigen mit der Dauer der Blockade.

Brian Mandt, Chefökonom, 30. Mai 2026

Wie legt die Schweiz an und wie sorgt sie vor?

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Unsere Finanzexperten

v. l. n. r. Björn Eberhardt (Leiter Investment Office), Brian Mandt (Chefökonom), Marc Häfliger (Anlagestratege), Reto Lötscher (Leiter Finanzanalyse)

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