Die LUKB-Experten blicken auf ein aktuelles Thema und ordnen es für Sie ein.
Der Schweizer Nationalfeiertag bietet eine gute Gelegenheit, die Entwicklung der Schweizer Anlageklassen genauer zu betrachten. Der Swiss Market Index (Index der 20 grössten und liquidesten kotierten Unternehmen an der Schweizer Börse) notierte in dieser Woche auf einem neuen Allzeithoch und konnte im bisherigen Jahresverlauf mit einer Gesamtrendite (d.h. inklusive Dividenden) von über 12% überzeugen. Positiv ist: Die gute Entwicklung basierte hauptsächlich auf gesteigerten Unternehmensgewinnen und weniger auf einer erhöhten Bewertung. Besonders erfreulich waren die Kursgewinne bei ABB (+29%), Kühne & Nagel (+19%) sowie Novartis (+18%).
Weniger dynamisch entwickelten sich der Schweizer Anleihen Index (-0.1%) und Schweizer Immobilienfonds (+0.8%). Bei den Obligationen wirkten die aufgrund des Irankriegs gestiegenen Energiepreise als Gegenwind. Sie liessen die Inflation und die damit verbundenen Leitzinserwartungen steigen. Darunter litten auch Schweizer Immobilienfonds. Sie profitieren zwar weiterhin von hoher Nachfrage (und knappem Angebot), sind inzwischen aber auch teuer bewertet. Der Schweizer Franken zeigte sich im bisherigen Jahresverlauf von der schwächeren Seite. Gegenüber dem US-Dollar wertete er um knapp 3% ab, gegenüber dem Euro um 0.3%. Ein Grund für den schwächeren Franken sind Leitzinserwartungen, welche im Ausland stärker angestiegen sind als in der Schweiz.
Wir halten an unserem Übergewicht von Schweizer Aktien fest. So bieten die moderaten Gewinnerwartungen Raum für positive Überraschungen. Bei Schweizer Anleihen haben wir das Untergewicht geschlossen, da diese in einigen Laufzeitenbereichen wieder interessantere Ertragsperspektiven im Vergleich zu Anleihen in Fremdwährung bieten. Bei Schweizer Immobilienfonds bleiben wir bei einer neutralen Positionierung. Die hohen Bewertungen begrenzen das Aufwärtspotenzial.
Innerhalb der Schweizer Anlageklassen weisen Aktien seit Anfang Jahr die höchste Rendite auf. Der Swiss Market Index erzielte eine Gesamtrendite (d.h. inkl. Dividenden) von über 12% und der breiter aufgestellte Swiss Performance Index notiert 11% höher. Schweizer Immobilienfonds (+0.8%) und Schweizer Anleihen (-0.1%) veränderten sich nur wenig. Seit Jahresbeginn schwächte sich der Franken ab, insbesondere gegenüber dem US-Dollar (-2.6%).
Marc Häfliger, Investment Stratege, 1. August 2026