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Die LUKB-Experten blicken auf ein aktuelles Thema und ordnen es für Sie ein.
Die US-Notenbank Fed hat zwei zentrale Ziele. Erstens, für Preisstabilität zu sorgen, d.h. die Inflation in Schach zu halten. Zweitens, für einen hohen Beschäftigungsgrad zu sorgen. Doch momentan zeigen die beiden Indikatoren in eine entgegensetzte Richtung. Während sich die Inflation weiter über dem Zielniveau von 2% befindet (was für unveränderte Zinsen spricht), hat sich der US-Arbeitsmarkt in den letzten Monaten schwächer entwickelt als angenommen (was für Zinssenkungen spricht). Die zentrale Frage ist nun, welches Ziel die US-Notenbank höher gewichtet. Wäre die Situation für US-Notenbankchef Jerome Powell nicht schon kompliziert genug, kommt die lautstarke Forderung der US-Regierung für deutlich tiefere Zinsen erschwerend hinzu. Der US-Notenbankchef ist momentan nicht zu beneiden.
Die Marktteilnehmer blicken in diesen Tagen gespannt nach Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming, wo sich die führenden Zentralbanker der Welt treffen, darunter auch US-Notenbankchef Jerome Powell. Das diesjährige Treffen steht unter dem Motto „Arbeitsmärkte im Wandel: Demografie, Produktivität und makroökonomische Politik“. Mit Spannung wurde die Rede von Jerome Powell erwartet, auch im Hinblick auf den nächsten Zinsentscheid vom 17. September.
Die globalen Aktienmärkte hatten in dieser Woche mit Abgaben zu kämpfen, allen voran Technologie-Aktien. Dies hatte wohl mehrere Gründe: Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf, mögliche Zölle für den Chipsektor sowie Kommentare von OpenAI Gründer Sam Altman zum Hype im Bereich Künstlicher Intelligenz («Jemand wird gewaltig Geld verlieren»). Mit Spannung erwartet werden daher die Quartalsergebnisse von US-Chiphersteller Nvidia vom 27. August. Gut behaupten konnte sich hingegen der Schweizer Aktienmarkt mit einem Plus von über 1 %, wo vor allem die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche zu überzeugen wussten.
US-Leitzins, in %
Die US-Notenbank Fed reagierte mit deutlichen Zinserhöhungen auf den starken Inflationsanstieg in den Jahren 2021 und 2022. Im letzten Jahr nahm die Fed aufgrund der rückläufigen Inflation erste Leitzinssenkungen von total 100 Basispunkten vor, blieb aber seit Dezember 2024 bei einer unveränderten Spanne von 4.25 – 4.5%. Die Märkte erwarten für den 17. September eine Zinssenkung von 25 Basispunkten. Jedoch hat die Fed keine Eile, den Leitzins zu senken. Daher erwarten wir, dass sie den Leitzins unverändert lassen wird.
Marc Häfliger, Investment Stratege, 25. August 2025