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Der US-Staat zahlt für die Aufnahme von neuem langfristigem Kapital derzeit so hohe Zinsen wie seit fast zwanzig Jahren nicht mehr. So kletterte die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe letzte Woche über 5.3% – den höchsten Stand seit 2007. Auch die Rendite von 10-jährigen Staatsanleihen bewegte sich mit rund 4.7% deutlich über dem Niveau der vergangenen Jahre. Um den Druck auf die Finanzierungskosten zu lindern, kündigte das US-Finanzministerium am Mittwoch an, sein Rückkaufprogramm für länger laufende Anleihen auszuweiten: Ab dem 9. September soll bei Anleihen mit Laufzeiten zwischen zehn und dreissig Jahren das maximale Volumen je Rückkaufoperation von zwei auf mindestens vier Milliarden Dollar erhöht werden, finanziert durch die vermehrte Ausgabe kurzfristiger Anleihen. Damit reagiert das Finanzministerium auf den zuletzt starken Renditeanstieg bei länger laufenden Anleihen, der unter anderem durch ein hohes US-Haushaltsdefizit, ein umfangreiches Anleiheangebot und gestiegene Risikoaufschläge getrieben wurde.
Die ersten Marktreaktionen auf die Ankündigung fielen deutlich aus. Die langfristigen Renditen gaben spürbar nach und in der Folge geriet auch der US-Dollar unter Druck. Zu den Profiteuren zählten die Edelmetalle, da tiefere Realzinsen und ein schwächerer Dollar zinslose Anlagen relativ attraktiver machen. Aus dem gleichen Grund erhielten auch die die Aktienmärkte Rückenwind. Die Entspannung am Anleihenmarkt hielt jedoch nicht lange an. Bereits am Donnerstag kam es zu einer Gegenbewegung, wobei die Renditen wieder leicht anzogen und sich der US-Dollar etwas erholte.
Die rasche Gegenbewegung ist ein Hinweis darauf, dass der Markt die Ankündigung des Finanzministeriums nicht als nachhaltige Lösung des Problems wertet. Die Erhöhung der Rückkäufe lindert kurzfristig zwar die Symptome, ändert aber nichts an der hohen Staatsverschuldung der USA. Eine echte Entlastung würde wohl nur eine Reduktion des Haushaltsdefizits bringen – der Trend zeigt bislang aber in die entgegengesetzte Richtung: Die US-Staatsverschuldung hat sich in den letzten zehn Jahren von rund 20 auf mittlerweile 40 Billionen US-Dollar verdoppelt.
Nach der Ankündigung des US-Finanzministeriums am Mittwoch gab die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe von über 4.7s% auf 4.63% nach, jene der 30-jährigen von rund 5.3% auf 5.18%. Auch der US-Dollar geriet unter Druck und fiel unter die Marke von 80 Rappen. Der Goldpreis sprang um über drei Prozent auf rund 4'500 US-Dollar je Feinunze und das Silber verteuerte sich von 63 auf 67 US-Dollar.
Aaron Jakober, Investment Office, 22. August 2026