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Die LUKB-Experten blicken auf ein aktuelles Thema und ordnen es für Sie ein.
Die Ereignisse seit vergangenem Wochenende lassen sich vorsichtig als ein klassisches Trump'sches hin und her beschreiben: Ein gefährliches US-Ultimatum drohte eine weitere Eskalation gegenseitiger Zerstörungen im Irankrieg auszulösen. Glücklicherweise erfolgten dann ein Rückzieher Donald Trumps, Berichte von Gesprächen über Drittländer und wiederholte Verlängerungen des US-Ultimatums. Ein wirklicher Durchbruch zum Positiven wurde damit bisher aber nicht erreicht. Darum hat sich an der für die Weltwirtschaft äusserst kritischen Blockade der Strasse von Hormus fast nichts geändert. Je länger diese anhält, desto problematischer werden die Knappheiten bei Energieträgern und zahlreichen anderen wichtigen Rohstoffen.
Momentan fällt es schwer sich vorzustellen, welche Art von Kompromiss für beide Seiten akzeptabel wäre und damit zu einem Ende der Kampfhandlungen sowie der Blockade der Strasse von Hormus führen könnte. Solange sich diesbezüglich nichts abzeichnet, wird die Nervosität auch an den Finanzmärkten hoch bleiben. Aus Sicht von Anlegenden ist dabei problematisch, dass einige üblicherweise wichtige Anker im Portfolio derzeit ihre Aufgabe nicht erfüllen: so hat der Goldpreis im März bisher mehr als 10% verloren und auch die sonst so sicheren Staatsanleihen wiesen Verluste auf. Erstaunen tut zudem die jüngste Schwäche des Schweizer Frankens, der zwar immer noch hoch bewertet ist, zuletzt aber zum Euro und US-Dollar verlor. Ein Grund hinter all diesen Bewegungen dürfte der Zinsanstieg sein, der z.B. im Euro- und US-Dollar ausgeprägter war als in der Schweiz, was diese Währungen kurzfristig attraktiver gemacht hat.
Im aktuellen Umfeld raten wir zu einer leicht defensiveren Positionierung, wie wir in unse-rer in dieser Woche publizierten Anlagepolitik für das 2. Quartal darlegen. Die Aktienquote sollte etwas tiefer gesetzt werden, da die Risiken für die Weltwirtschaft und den Ausblick der Unternehmensgewinne mit jedem Tag des Irankriegs weiter zunehmen.
Unsere aktuellen Markteinschätzungen und weitere Analysen der LUKB-Experten finden Sie in der Anlagepolitik Q2/2026 unter: lukb.ch/anlagepolitik
Björn Eberhardt, Leiter Investment Office, 28. März 2026