Finanzthema der Woche

Die LUKB-Experten blicken auf ein aktuelles Thema und ordnen es für Sie ein.

Iran-Krieg beunruhigt auch die Finanzmärkte

Aktien verlieren an Boden

Der nun seit bereits einer Woche anhaltende Iran-Krieg hat auch an den Finanzmärkten substanzielle Auswirkungen gezeigt. So gaben die meisten Aktienmärkte markant nach. Selbst der im Allgemeinen als eher defensiv geltende Schweizer Aktienindex SMI verlor über die Woche rund 6% - ebenso viel wie die meisten anderen europäischen und asiatischen Aktienindizes. Lediglich die US-Märkte litten etwas weniger, was u.a. auf die geringere Abhängigkeit von Öl aus dem Persischen Golf zurückzuführen ist. Auch für die Lieferwege von Asien nach Amerika spielt der Nahe Osten keine direkte Rolle. 

Auch sichere Anlagen mit Abgaben

Neben der relativen Stabilität der US-Aktien fielen noch andere Beobachtungen auf. Zum einen stiegen der Ölpreis sowie die europäischen Gaspreise scharf an, was angesichts der Bedeutung der Produktion im Nahen Osten nicht überrascht. Gleichzeitig erwies sich Gold (-2% in Franken) nicht als der Stützanker, den es in Krisenzeiten üblicherweise darstellt. Gewinnmitnahmen (Gold ist seit Jahresbeginn immer noch knapp 18% im Plus) dürften eine Rolle gespielt haben. Auch Staatsanleihen – üblicherweise ein weiterer Stabilisator in Krisenzeiten – verloren, da der höhere Ölpreis die Inflation kurzfristig steigen lassen wird. In so einem Umfeld dürften Notenbank kaum an Zinssenkungen denken. Bei den Währungen schliesslich zeigte der US-Dollar im Umfeld globaler Verunsicherung seine Muskeln und legte selbst zum Franken um rund 2% zu.

Inflationsrisiken adressieren

Aus der Perspektive von Anlegenden stellt die aktuelle Situation eine komplexe Herausforderung dar. Klar ist: der weitere Verlauf des Krieges ist nicht prognostizierbar. Das Risikoumfeld aber hat sich in zwei Richtungen verschoben: höhere Aufwärtsrisiken für die Inflation, grössere Abwärtsrisiken für das Wachstum. Auch wenn die Preisbewegungen in dieser Woche teilweise kontraintuitiv waren, so empfiehlt sich für gemischte Portfolios der Einsatz von inflationsgeschützten Anleihen guter Schuldnerstaaten, Gold sowie Energierohstoffen bzw. Aktien von Unternehmen aus dem Energiebereich.

Vermögenswerte seit Jahresbeginn 2026

Der Jahresstart war für die meisten Investoren in gemischten Anlageportfolios bis Ende Februar mehr als geglückt. Die vergangene Handelswoche sorgte allerdings für einen grösseren Rücksetzer, der die Gewinne seit Jahresbeginn abschmelzen liess. So erreichte der SMI erst vor einer Woche ein neues Allzeithoch, handelt mittlerweile aber wieder 6% darunter. Der Ölpreis legte deutlich zu, Gold gab dagegen nach.

Björn Eberhardt, Leiter Investment Office, 7. März 2026

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v. l. n. r. Björn Eberhardt (Leiter Investment Office), Brian Mandt (Chefökonom), Marc Häfliger (Anlagestratege), Reto Lötscher (Leiter Finanzanalyse)

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