Pläne-Vorsorge-Steuern-Steuerabzüge Home-Office-Intro

Home-Office während Corona-Pandemie

Welche Abzüge kann ich bei meiner Steuererklärung geltend machen?

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Die Arbeitsform des Home-Office hat im Zuge der Corona-Krise stark an Bedeutung gewonnen. Bezüglich Steuern geht es beim Home-Office aus Sicht der Arbeitnehmenden vor allem um die Frage, ob im Rahmen der unselbstständigen Erwerbstätigkeit angefallene Berufskosten (Fahrkosten, Mehrkosten für auswärtige Verpflegung, übrige Berufskosten) trotz Home-Office vom Einkommen abgezogen werden können. Farid Omaren, unser Steuerexperte, verrät Ihnen im Video, was es im Steuerjahr 2020 mit Fokus auf das Covid 19-bedingte Home-Office zu beachten gilt. 

Praxisweisungen zu Covid 19

Aufgrund Covid 19 haben sich diverse Steuerämter zu steuerlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit Covid 19 geäussert, so auch die Dienststelle Steuern des Kantons Luzern. Entsprechende Stellungnahmen der Steuerämter finden sich im Internet. Die Kantone behandeln die Steuerfolgen nicht gleich. Einige Kantone zeigen sich im Steuerjahr 2020 kulant. Die anschliessenden Ausführungen beschränken sich soweit nicht anders erwähnt auf die Praxis im Kanton Luzern.

Abzug für das Arbeitszimmer im Corona-Jahr 2020

Wie vorerwähnt haben sich diverse Steuerämter bereits zu den Berufskosten im Zusammenhang mit Covid 19 geäussert. So sollen zum Beispiel gemäss Publikation des Steueramtes Zürich im Kanton Zürich unselbständig Erwerbenden in der Steuererklärung 2020 die Berufskosten nicht um die Covid 19-bedingten Home-Office-Tage gekürzt werden; im Gegenzug soll aber ein Abzug für Home-Office-Kosten ausgeschlossen sein. Im Kanton Luzern wird für die Phase des Covid-bedingten Home-Office davon ausgegangen, dass dieses vom Arbeitgeber angeordnet wurde und die übrigen für den Abzug eines Arbeitszimmers erforderlichen Voraussetzungen erfüllt waren (wesentlicher Teil der Tätigkeit und eingerichtetes Arbeitszimmer für Home-Office) und dass deshalb die tatsächlichen Kosten des Home-Office steuerlich abzugsfähig sind, wenn sie nicht vom Arbeitgeber vergütet wurden und sie den pauschalen Abzug für übrige berufsbedingte Kosten übersteigen.

Für die Berechnung der abzugsfähigen Kosten dient folgendes Beispiel eines Steuerpflichtigen im 2020 mit Nettolohn 78’000 Franken, Mietkosten oder Eigenmietwert 16'800 Franken (4-Zimmerwohnung) und Jahresnebenkosten von 2’400* Franken:

  Abzugsbetrag Berechnungsformel
Pauschalabzug für übrige Berufskosten wie privates Arbeitszimmer, Fachliteratur etc.)  3% von 78'000 = 2’340  3% des Nettolohns, mind. CHF 2'000 und höchstens CHF 4’000 
Tatsächlicher Abzug  (16’800 + 2'400) x 3/12 / (4 + 2) = 800  Mietkosten oder Mietwert + Nebenkosten während 3 Monaten / Anzahl Zimmer + 2 

* Beispiel gemäss Newsletter Steuern Luzern, 15 / 2020 Steuer+Praxis, Dienststelle Steuern des Kantons Luzern, vom 08.09.2020

Faktisch wird der höhere Abzug (hier der Pauschalabzug von 2'340 Franken) beansprucht bzw. gewährt.

Abzug für das Arbeitszimmer im Allgemeinen

Ein Aspekt für das Home-Office sind die Kosten für das private Arbeitszimmer, welches für Arbeiten im Zusammenhang mit der unselbständigen Erwerbstätigkeit genutzt wird. Nur weil ein Teil der Arbeitszeit zu Hause verrichtet wird, können für die Benutzung des Arbeitszimmers keine Berufskostenabzüge gemacht werden. D.h. diese Kosten gelten grundsätzlich als mit der Berufskostenpauschale abgegolten. 

Die ausnahmsweise Abzugsfähigkeit der effektiven Kosten anstelle des Pauschalabzugs beurteilt sich nach dem Kriterium der beruflichen Notwendigkeit. Reine Bequemlichkeit reicht also nicht aus. Es müssen kumulativ folgende zwei Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • Ein wesentlicher Teil der Erwerbstätigkeit muss ausserhalb des Arbeitsortes erledigt werden, weil der Arbeitgeber das notwendige oder geeignete Arbeitszimmer nicht zur Verfügung stellt oder weil dessen Benützung nicht möglich oder zumutbar ist. Nach geltender Luzerner Praxis gilt die im Arbeitszimmer zu verrichtende Arbeit als wesentlich, wenn sie über ein Drittel der gesamten Arbeitszeit ausmacht.
  • Ein besonderer Arbeitsplatz, der vorwiegend den Charakter eines Arbeitszimmers haben muss, wird zu diesem Zweck und im geforderten Umfang in den privaten Räumen der steuerpflichtigen Person auch tatsächlich genutzt.

Falls dieses Arbeitszimmer auch für private Zwecke benutzt wird, ist ein angemessener Privatanteil (Praxis Luzern: In der Regel mindestens 25%) auszuscheiden.

Der Betrag der effektiven Kosten für das Arbeitszimmer wird nach folgender Formel berechnet:


Die tatsächlichen Kosten des Home-Office sind nur dann steuerlich abzugsfähig, wenn sie nicht vom Arbeitgeber vergütet wurden und sie den pauschalen Abzug für übrige berufsbedingte Kosten übersteigen. Eine Kombination von Pauschalabzug und Abzug tatsächlichen Kosten ist unzulässig.


Fahr- und Verpflegungskostenabzug im Corona-Jahr 2020

Üblicherweise entfallen durch die Tätigkeit im Home-Office die Fahrten an den Arbeitsort und es entstehen keine Mehrkosten für die auswärtige Verpflegung. Entsprechend kann grundsätzlich für die Zeit der Home-Office-Tätigkeit kein Fahr- und Verpflegungskostenabzug geltend gemacht werden. 

Für die Covid 19-bedingte Home-Office-Tage ist es aber durchaus denkbar, dass die Steuerbehörden Kulanz zeigen. Gemäss Mitteilung der Dienststelle Steuern des Kantons Luzern soll zumindest während des Lockdowns aufgrund der ausserordentlichen Lage das Covid 19-bedingte Home-Office zu keinen Kürzungen des Fahrkosten- und Verpflegungsabzugs führen. Die Kosten für Jahresabonnements des öffentlichen Verkehrs bleiben im Rahmen der bisherigen Höhe vollumfänglich abzugsfähig.

Benützung eines Geschäftsfahrzeuges für den Arbeitsweg

Ergänzend zu den Berufskostenabzügen ist darauf zu achten, dass der geldwerte Vorteil aus der unentgeltlichen Benutzung des Geschäftsfahrzeugs für den Arbeitsweg um die Home-Office-Tage gekürzt werden kann. 

Haben Sie Fragen?

Für weiterführende Informationen stehen die Experten für Steuern der Luzerner Kantonalbank gerne zur Verfügung. 

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