Was ist Bitcoin?

Bitcoin: Wie sie entstanden sind, wie man sie aufbewahrt und wie Mining funktioniert.

Das Wichtigste zu Bitcoin und zum Bitcoin-Mining

Serge Kaulitz, Head DLT, Blockchain und Digital Assets und Experte für Kryptowährungen und Martin Meier, Produktmanagement Anlegen und ebenfalls Experte für Kryptowährungen bei der LUKB, beantworten die wichtigsten Fragen zur bekanntesten Kryptowährung Bitcoin.

Wie ist Bitcoin entstanden?

Kaulitz: Wer Bitcoin entwickelt hat, ist bis heute nicht bekannt. Was man weiss: Am 31. Oktober 2008 veröffentlichte jemand – oder mehrere Personen – unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein White Paper mit dem Namen «Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System». In diesem Konzeptpapier wird Bitcoin und dessen zentrale Funktionsweisen erstmals beschrieben. Die ersten 50 Bitcoin wurden schliesslich am 3. Januar 2009 generiert. Der erste Warenaustausch fand übrigens erstmals 2010 statt: Jemand kaufte zwei Pizzen für den Preis von 10'000 Bitcoin. Die Technologie hinter Bitcoin, die Blockchain, ist ein unveränderbares, öffentliches Register von Transaktionsdaten. Die Transaktionsdaten können rückwirkend nicht verändert oder entfernt werden. Diese Transaktionssicherheit ist eine notwendige Voraussetzung in einem dezentralen System, wo es keine zentrale Instanz wie eine Bank gibt.

Warum sind Bitcoin begrenzt?

Meier: Insgesamt gibt es 21 Millionen Bitcoin. Dies ist im Bitcoin-Protokoll festgelegt. Aktuell sind 19,8 Millionen Bitcoin (Stand November 2025) im Umlauf, die Rate neu gewonnener Bitcoin beträgt 3,125 alle zehn Minuten. Im Bitcoin-Protokoll ist festgehalten, dass sich die Rate der Bitcoingewinnung durch Mining (siehe Frage zur Rolle der Miner) alle 210'000 Blöcke halbiert (Halving). Dies entspricht momentan einem Zeitraum von rund vier Jahren. Dank des Halvings dauert es also noch 120 Jahre, bis sämtliche Bitcoin im Umlauf sein werden. Das letzte Bitcoin-Halving fand im April 2024 statt. 

Einerseits kann eine begrenzte Verfügbarkeit eines Guts – im Fall von Bitcoin die festgelegte Obergrenze von 21 Millionen – bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage zu einer Wertsteigerung führen. Andererseits wirkt diese Begrenzung als Schutz vor Inflation, da keine zentrale Instanz existiert, die das Angebot an Bitcoin nach Belieben ausweiten könnte. In der Praxis wird übrigens nie die gesamte Bitcoin-Menge zugänglich sein, da gewisse gewichtige Bitcoin-Besitzende aus den Gründungsjahren ihre Zugangsdaten (private Schlüssel) bereits verloren haben.

Wo bewahre ich Bitcoin auf?

Kaulitz: Neu können Kunden ab Februar 2024 Bitcoin im E-Banking der LUKB kaufen und verwahren. Der Kunde muss sich zudem nicht um den persönlichen Zugangscode kümmern. Die einfache Lösung im E-Banking und technische Infrastruktur löst dieses Problem für unsere Kunden. Die Schlüssel werden sicher bei der Bank verwahrt.  

Bitcoin hat eine hohe Volatilität: Warum eigentlich?

Meier: Betrachtet man Bitcoin wie jede andere Währung, so reguliert sich der Kurs durch Angebot und Nachfrage. Die hohen Schwankungen des Kurses haben mehrere Gründe. Zum einen ist Bitcoin im Vergleich zu traditionellen Anlageklassen wie Aktien oder Obligationen eine relativ neue Anlageklasse. Zum anderen stellt Bitcoin eine neue Technologie und Anlageklasse dar, welcher mit der Blockchain eine technologische Revolution zugrunde liegt. Deshalb tun sich traditionelle Bewertungsmethoden nach wie vor schwer damit, den genauen Wert der Währung wirklich ermitteln zu können.

Was ist die Rolle der Miner?

Kaulitz: Bitcoin werden durch sogenannte Miner in Umlauf gebracht. Der Begriff Mining ist der Minenarbeit nachempfunden: Wie man Gold schürfen kann, lassen sich neue Bitcoin durch die Rechenleistungen von Servern – genannt Miner – gewinnen. Für das Bitcoin-Mining braucht es eine spezialisierte Computer-Hardware, die dem Bitcoin-Netzwerk ihre Rechenleistung zur Verfügung stellt. Miner überprüfen neue Transaktionen, bündeln diese in Blöcken und integrieren sie in die Blockchain, sobald ein gültiger Block gefunden wurde. Dieser Vorgang, der auf rechenintensiven Prozessen basiert, wird als «Proof of Work» bezeichnet. Dabei führen die Computer der Miner Milliarden von Berechnungen pro Sekunde durch, um zufällig einen Wert zu ermitteln, der den Anforderungen des Netzwerks entspricht. Ist ein solcher Wert gefunden, gilt der Block als bestätigt und wird dauerhaft in die Blockchain integriert. Ein kryptografisches Verfahren stellt bei dieser Verkettung sicher, dass keine Daten nachträglich geändert werden, was die Blockchain fälschungssicher macht. Für die Arbeit werden die Miner wiederum selbst mit Bitcoin entlohnt. Miner sind somit für das Funktionieren und die Sicherheit des Netzwerks zuständig. 

Worauf sollte ich beim Kauf von Bitcoin achten? 

Meier: Kryptowährungen, beispielsweise Bitcoin, haben wie erwähnt eine hohe Volatilität. Anleger sollten sich mit den Risiken und den technologischen Aspekte rund um Kryptowährungen auseinandersetzen, bevor sie in Kryptowährungen investieren.

Kaulitz: Vorsicht auch vor Phishing: Mails, die aussehen wie Nachrichten von bekannten Unternehmen oder sogar Behörden, können Ihren Computer belasten: Sobald Sie auf den Link klicken, können Kriminelle nach ihren Daten fischen. Das hat weitgehende Folgen – eine davon ist, dass Sie dadurch auch Ihre Kryptowährungen verlieren können. Zudem gibt es immer noch unseriöse Marktplätze, die teilweise nur schwer als solche zu identifizieren sind. Informieren Sie sich deshalb vor dem Kauf von Bitcoin unbedingt über den Anbieter.


Kryptowährung
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