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Finanzielle Sicherheit nach der Pensionierung

Den Vermögensverzehr gezielt auf die Bedürfnisse ausrichten

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«Jetzt ist es soweit!»

Nächsten Monat gehe ich nach 42 Arbeitsjahren in Pension. Meine Frau sagte zu mir, sie wolle noch etwa zwei Jahre im Teilzeitpensum weiterarbeiten, damit ich inzwischen Zuhause die Staubsaugeranleitung auswendig lernen kann. Das klingt ja irgendwie noch lustig, aber wenn ich so zurückblicke, stellen sich mir doch einige Fragen. Ich und meine Frau haben zwei Kinder grossgezogen. Nachdem die Jungmannschaft ausgezogen ist, haben wir uns erstmals etwas gegönnt. Wir sind auf Reisen gegangen und setzten einige Verschönerungen in unserem Zuhause endlich in die Tat um. Das ist auch schon wieder fast 20 Jahre her! In dieser Zeit haben wir uns zunehmend beruflich engagiert. Es ist nun einiges an Erspartem zusammengekommen und meine Frau hat kürzlich eine Erbschaft erhalten. Ein Teil aus meiner Pensionskasse wird mir als Kapital ausbezahlt und Anfang nächsten Jahres läuft auch noch eine langjährige Versicherungspolice aus. Grundsätzlich habe ich bezüglich unserer Finanzen kein schlechtes Gefühl, aber wie sollen wir jetzt mit all diesen Geldern umgehen? Wie hoch wird unser zukünftiger Bedarf ausfallen? Welche Projekte können wir noch verwirklichen? Sind wir auf sämtliches Vermögen angewiesen oder können wir auch bereits vorzeitig etwas an unsere nächste Generation weitergeben? 

Wenn die Erntezeit der Vermögenswerte beginnt

Hinsichtlich der Erwerbsaufgabe empfiehlt es sich, die vorhandenen Kontoguthaben und Wertschriften neu auszurichten damit die finanzielle Sicherstellung der nachberuflichen Zeit gewährleistet werden kann. Machen Sie sich gründliche Überlegungen und ordnen Sie die finanziellen Mittel gezielt so, dass der künftige Finanzbedarf einerseits durch ein regelmässiges Einkommen und andererseits durch einen organisierten Kapitalverzehr gedeckt ist. Auf dieser Grundlage können die Gelder optimal bewirtschaftet werden. Eine Liquiditäts- und Vermögensplanung zeigt Ihnen auf, wieviel Kapital für den Verzehr reserviert werden soll und über welche Gelder frei verfügt werden kann. Der Begriff «Budgetdisziplin» hat immer zwei Seiten. Nämlich, dass es nicht nur darum geht nicht zu viel Geld auszugeben, sondern auch sich zu getrauen vom ersparten Vermögen nach und nach zu ernten.

 

Ausgangslage analysieren und Konzept ausarbeiten

Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick Ihrer finanziellen Situation von sämtlichen freien und gebundenen Vermögenswerten. 

Wie hoch wird der wiederkehrende Bedarf ausfallen, der zusätzlich zu den regelmässigen Einnahmen aus dem Vermögen gedeckt werden soll?

Welche ausserordentlichen Auslagen für geplante Projekte oder Investitionen sind zu berücksichtigen?

Ausgerichtet auf die finanziellen Bedürfnisse empfiehlt es sich die Vermögenswerte entsprechend neu zu strukturieren. Definieren Sie die Höhe einer geeigneten Liquiditätsreserve, welche nur in einer Notsituation angetastet werden soll. Zur Deckung der kurzfristigen Einkommenslücke reservieren Sie den erforderlichen Betrag, der über den festgelegten Zeitraum (z.B. für fünf Jahre) gezielt verbraucht wird. Das Kapital zur Deckung der langfristigen Ausgaben (z.B. ab dem sechsten Jahr) kann bereits zum heutigen Zeitpunkt gemäss Ihrem persönlichen Anlegerprofil in Wertschriften angelegt werden. Falls Sie für die Sicherstellung der Liquiditätsreserve sowie den kurz- und langfristigen Verzehr nicht alle Gelder benötigen, können Sie das Restkapital als freies Vermögen ebenfalls in Wertschriftenanlagen investieren oder für weitere Projekte verwenden. Wer sein Geld im heutigen Tiefzinsumfeld auf dem Sparkonto deponiert, erleidet einen Verlust seiner zukünftigen Kaufkraft. Eine langfristige Anlagestrategie hingegen unterliegt zwar kurzfristig Schwankungen, erhöht jedoch längerfristig die Chance deutlich, einen Vermögenszuwachs zu erzielen oder zumindest seine Kaufkraft zu erhalten. Das erarbeitete Konzept bietet die Basis für die Wahl der passenden Anlagelösungen.

 

Umsetzung der Planung

Nachdem Sie den notwendigen Kapitalbedarf definiert haben, ist zur Deckung der bevorstehenden Einkommenslücken der konkrete Einsatz von Vermögenswerten zu planen. Der kurzfristige Bedarf kann durch bereits vorhandene Liquidität oder bald zur Verfügung stehende Mittel wie Kapitalauszahlungen aus der Säule 3a, Lebensversicherungen oder Pensionskasse gedeckt werden. Für den langfristigen Verzehr reservieren Sie vorhandene Wertschriftenanlagen und die nicht für die kurzfristige Einkommenslücke benötigten Vermögenswerte.

 

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